Übersicht der Themen
Klicke auf eines der Themen, um schneller das von dir gesuchte Zitat zu finden:
- Endlich Zitate mit zuverlässiger Quellenangabe!
- Zitate richtig zitieren
- Erklärung der Symbole
- Zitate zu einzelnen Themen
- Ableismus
- Banken(wesen) | Börse | Betrug
- Charakter
- Dankbarkeit | Demokratie | Dummheit
- Einsamkeit | Erfolg
- Feminismus | Freiheit
- Geheimnis | Gebet | Geld | Generationen | Gesundheit | Gott | Gut und böse
- Hamburg | Humor
- Ironie
- Kommunikation | Kunst | Kultur | Kuss
- Leid | Lesen | Liebe
- Militär | München | Musik
- Neid
- Parfum | Persönlichkeitsentwicklung | Prostitution
- Rache | Religion
- Schönheit | Schreiben | Selbstbewusstsein | Selbstmord | Sexualität
- Trennung | Tod
- Venedig | Verstand | Vorurteile | Vorhersage
- Wahrheit | Weinen | Weisheit | Wirtschaft | Wunder | Wünsche
- Zeitenwandel
- Quellen
- Kontakt für Urheberrechtsfragen
Endlich Zitate mit zuverlässiger Quellenangabe!
Kluge und witzige Sprüche, Zitate berühmter Menschen, Auszüge aus bekannten Texten, kontroverse, pointiert formulierte Meinungsäußerungen – all das findest du hier, sortiert nach Themen.
Und das Beste: Sämtliche Zitate entnahm ich – der Zusammensteller Evgenij Unker – manuell aus den Originalquellen. Die Zitate stammen also nicht aus anderen Zitatensammlungen, nicht von der KI und nicht aus anderen zweifelhaften Quellen.
Bitte beachte, dass die Zitate teilweise belletristischen Texten entnommen sind. Das heißt, sie spiegeln nicht unbedingt die Ansicht des genannten Autors wider. Oft handelt es sich um Figurenrede, also Aussagen fiktiver Charakter etwa in einem Roman, die den Ansichten des Autors sogar diametral widersprechen können.
Es versteht sich von selbst, dass die Zitate auch nicht unbedingt meine Meinung oder die von Lektorat Unker wiedergeben. Viele provokante, streitbare Zitate nehme ich bewusst als Diskussionsgrundlage oder als Zeugnis der Zeit auf.
Die Sammlung ergänze ich laufend. Wiederholtes Vorbeischauen auf dieser Website lohnt sich also. Speichere den Link also am besten gleich unter deinen Favoriten in deiner Browser.
Die Original-Rechtschreibung der zitierten Quelle behalte ich stets bei. Auslassungen beim Zitieren stelle ich mit [...] dar. Weitere Hinweise oder vermutete Übertragungsfehler gebe in eckigen Klammern an.
Die genaue von mir benutzte Quelle gebe ich im Harvard-Stil mit einem Kurzhinweis in der Form [Nachname des Autors] + [Jahreszahl] + [, Seitenzahl] unter jedem Zitat an. Die vollständige bibliografische Angabe findest du in der Literaturliste am Ende der Seite.
Ich freue mich auch über Korrektur-Hinweise, Anregungen und Ergänzungen. Schreib mir dazu einfach einen Kommentar am Ende der Seite.
Viel Spaß mit den Zitaten
wünscht dir
Evgenij Unker
Zitate richtig zitieren
Übernimm gerne die vorgestellten Zitate für deine Rede, deine Präsentation oder deine Website, achte aber bitte auf die korrekte Quellenangabe. Dazu gehört auch die Angabe dieser Website.
Beispiel: Du willst ein Zitat aus dem Roman „Frauen“ von Marilyn French anführen. Dies wäre eine mögliche vollständige Quellenangabe (im Harvard-Stil):
French, Marilyn (1987): Frauen. Deutsch von Barbara Duden, Monika Schmid, Gesine Strempel. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg. Seite 17. Zitiert nach: Unker, Evgenij (Hrsg.) (2026): Sammlung von Zitaten und Aphorismen. Stand 11.09.2026. URL: https://www.unker.com/de/zitate (letzter Zugriff am 11.09.2026)
Wenn du gleich mehrere Zitate übernehmen oder eine Zitaten-Sammlung mit den von mir gesammelten Zitaten veröffentlichen möchtest, kontaktiere mich unter lektorat@unker.de.
Erklärung der Symbole
→ Verweis auf ein anderes Thema der Zitatensammlung
Ableismus
- Nichts ist übrigens seltener als ein dummer Buckliger. Da nicht alle klugen Leute bucklig sind, aber alle Buckligen klug, habe ich seit langem erkannt, daß nicht die Rachitis von der Klugheit, sondern die Klugheit von der Rachitis kommt.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. III; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965c, 83)
Banken(wesen)
- Der Banker müßte weise sein wie Salomon, klug wie Aristoteles, stark wie Samson und alt wie Methusalem.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 214) - Es ist eine alte Geschichte, daß die Gewinne der großen Geldinstitute zwar noch privat sind, ihre Verluste aber verstaatlicht werden.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 182)
Betrug
- Kurz, einen Dummkopf zu übertölpeln, ist eine Tat, die eines Mannes von Geist würdig ist.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 66) - Betrug ist gemein; eine rechtschaffene List ist jedoch nichts anderes als geschickt angewandte Klugheit, und das ist eine Tugend. Allerdings sieht sie oft einer Gaunerei ähnlich, aber das muß man hinnehmen. Wer sie nicht anzuwenden versteht, ist ein Tropf.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 282)
Börse
- Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut essen will, bevorzugt Aktien.
(alter Börsenspruch; zitiert von André Kostolany in „Kostolanys Börsenpsychologie“; Kostolany 1991, 153) - Alle Börsenspieler und Spekulanten befinden sich in einer Dunkelkammer. Sie können nur durch herumtasten die Objekte finden, die sie suchen. Natürlich wird derjenige, der sich schon seit langem in der Dunkelkammer befindet, leichter die gesuchten Objekte finden als jener, der soeben vom hellichten Tag eingetreten ist.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 96) - An der Börse sagt uns oft das Gefühl, was wir machen, und der Verstand, was wir vermeiden sollen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Bargeld in der Tasche und gleichzeitig die Absicht zu haben, bei niedrigen Kursen in die Börse einzusteigen, ist dasselbe Vergnügen, wie hungrig zu sein und sich auf dem Weg in ein Restaurant zu befinden.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 225) - Bei jeder guten bürgerlichen französischen Familie hat man den dümmsten Sohn zur Börse geschickt. Bestimmt hatte das seine Gründe.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 228) - Die Massenmedien, die zuschauen, wie man das Publikum prellt, sind an dem Schaden mitschuldig.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 231) - Es gibt keine feststehende Grenze zwischen Spekulation und Anlage. Eine gute Anlage ist eine gelungene Spekulation, und eine Verlustspekulation ist eine schlechte Anlage.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 91) - Es gibt keinen Narren, von dem man manchmal nicht etwas erfahren kann, das in das Mosaik einer Börsenüberlegung hineinpassen könnte.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 213) - Für die Kursentwicklung ist es nicht wichtig, was heute geschieht, sondern was sich morgen und übermorgen ereignen wird. Denn was heute geschieht, ist in den Kursen bereits enthalten.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 226) - Man setzt sich nicht einmal fünf Kilometer in ein Auto, wenn man damit rechnet, daß es mit diesem Wagen nach 50 Kilometern zu einem schweren Unfall kommen könnte.
(Argument gegen den Kauf schlechter Wertpapiere; André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 91) - Oft muß man an der Börse die Augen schließen, damit man besser sehen kann.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 218) - Schon vor 40 Jahren prägte ich die Gleichung, daß an der Börse zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins ist. Erst kommt es immer anders und später erst, wie man es erwartet hat. Zum Schluß siegt die Logik, man muß nur das »minus eins« abwarten können.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 242) - Steigt die Börse, kommt das Publikum, fällt die Börse, geht das Publikum.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 217) - Von vielen Börsianern kann man sagen, daß sie in der Jugend ausgeben, was sie im Alter verdienen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 230) - Wenn ein Bankier auf einen Vorschlag nein sagt, meint er vielleicht. Sagt er vielleicht, meint er ja. Sagt er aber sofort ja, ist er kein guter Bankier. Wenn ein Spekulant auf einen Tip ja sagt, meint er vielleicht. Sagt er vielleicht, meint er nein, und wenn er gleich nein sagt, ist er kein wirklicher Spekulant.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 215)
Charakter
- Ich habe alle vier Temperamente besessen; als Kind war ich phlegmatisch, als Jüngling sanguinisch, später cholerisch und schließlich melancholisch, was ich wahrscheinlich auch bleiben werde.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 68 f.)
Dankbarkeit
- Es gibt keine echte Frau mit unverdorbenem Herzen, die ein Mann nicht mit Sicherheit erobern könnte, indem er ihre Dankbarkeit erweckt. Das ist ein unfehlbares Mittel und der kürzeste Weg zum Erfolg; aber man muß sich darauf verstehen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 271)
Demokratie
- Demokratie ist die Verheißung einer fernen Zukunft.
(Michael Thumann: Die Zeit, Nr. 14, 25. März 2004, 59. Jahrgang) - Es lebe die Republik! Ein Körper ohne Kopf kann unmöglich Dummheiten machen.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 77)
Dummheit
- Die Dummheit einer Dienerin ist viel gefährlicher als ihre Bosheit und belastet den Herrn weit mehr, denn eine Bösartige kann man mit Recht bestrafen, eine Dumme aber nicht; man kann sie nur fortschicken und sich damit abfinden.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 71)
Einsamkeit
- Einsamkeit ist nicht Sehnsucht nach Gesellschaft, Einsamkeit ist Sehnsucht nach Gleichen.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 172)
Erfolg
- Keep in mind, you can feel good about what you're not doing, only when you know what you're doing.
Denk dran: Du kannst dich nur dann damit wohlfühlen, was du nicht tust, wenn du weißt, was du tust.
(David Allen: „Getting Things Done“; Allen 2001, 107; Übersetzung ins Deutsche in diesem Fall von Evgenij Unker) - Oft kann man durch Zufall die glücklichsten Dummheiten begehen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 213)
Feminismus
- Frauen sind die am wenigsten geachtete Klasse in Amerika. Neger, Puertorikaner und Gammler mag man hassen, aber man fürchtet sie auch ein bißchen. Frauen erfahren noch nicht einmal den Respekt der Furcht.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 16) - Schwangerschaft ist ein langes Warten, bei dem du lernst, was es heißt, völlig die Herrschaft über dein Leben zu verlieren.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 59) - Und es gibt so viele einfachere Arten, eine Frau zu zerstören. Man muß sie nicht vergewaltigen und töten; man muß sie nicht einmal prügeln. Man braucht sie nur zu heiraten.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 55) - Manchmal denke ich, das ist das einzige, was die Männer sind. Kleine Götzen. Sie wollen entweder alles sein, oder sie sind nichts.
(Mira in Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 142)
Freiheit
- Ich habe die Frauen bis zum Wahnsinn geliebt, aber stets zog ich ihnen meine Freiheit vor. Wenn ich mich in Gefahr befand, sie einzubüßen, gelang es mir stets, wenn auch mit knapper Not, mich zu retten.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. III; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965c, 221) - Um einen Menschen zu beurteilen, muß man sein Verhalten prüfen, wenn er gesund und frei ist; der Kranke oder der Gefangene ist nicht mehr er selbst.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. X; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966d, 51) - Der Mensch ist frei; doch er ist es nicht, wenn er nicht auch daran glaubt. Denn je mehr Macht er dem Schicksal beimißt, um so mehr beraubt er sich der Macht, die Gott ihm verliehen hat, als er ihn mit Vernunft begabte.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 64)
Gebet
- Verzweiflung tötet; das Gebet macht sie zunichte, und nach dem Gebet schöpft der Mensch Vertrauen und Kraft.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 63)
Geheimnis
- Ein erschlichenes Geheimnis gleicht einem Diebstahl.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966a, 206)
Geld
- Die meisten Menschen, die die Eigenschaft besitzen, viel Geld zu machen, haben selten auch die Eigenschaft, es zu genießen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Es ist für den Schuldner wichtiger, einen guten Gläubiger zu finden, als für den Gläubiger, einen guten Schuldner.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 214) - Mir imponieren nur die Millionäre, die mir auch imponieren würden, wenn sie keinen Knopf in der Tasche hätten.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Über einen reichen Dummkopf wird man immer wie über einen Reichen sprechen, über einen armen jedoch wie über einen Dummkopf.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 215) - Vermögend zu sein bedeutet, mehr Geld zu haben als die anderen aus demselben Milieu.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 215)
Generationen
- Der Sohn eines Geizhalses ist verschwenderisch, der Sohn eines Verschwenders ist geizig.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. XI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1967a, 28)
Gesundheit
- Um einen Menschen zu beurteilen, muß man sein Verhalten prüfen, wenn er gesund und frei ist; der Kranke oder der Gefangene ist nicht mehr er selbst.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. X; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966d, 51)
Gott
- Gott hört nur für jene auf, Gott zu sein, die seine Nichtexistenz für möglich halten. Eine größere Strafe kann sie gar nicht treffen.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 64)
Gut und böse
- Meine Mißgeschicke haben mir ebenso wie die Glücksfälle gezeigt, daß auf dieser gleichermaßen körperlichen wie moralischen Welt das Gute aus dem Bösen hervorgeht, wie das Böse aus dem Guten.
(Giacomo Casanova: Vorrede zu „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 64) - Da die wahren Tugenden nur Gewohnheiten sind, wage ich zu behaupten, daß wirklich tugendhaft nur jene Glücklichen sind, denen die Ausübung der Tugend nicht die geringste Mühe macht. Solche Leute kennen keine Unduldsamkeit. Für sie habe ich geschrieben.
(Giacomo Casanova: Vorrede zu „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 75) - Heute weiß ich, daß nur das Zusammentreffen ganz unbedeutender Umstände nötig gewesen wäre, um mich in dieser Welt zu einem wahrhaft Weisen zu machen; denn die Tugend hat mich stets mehr angezogen als die Laster.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. X; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966d, 61 f.)
Hamburg
- Hamburger, wie gesagt, sind Leute, die sich selbst für Hamburger halten.
(Siegfried Lenz: „Leute von Hamburg“, 1966; Lenz 2006, 958)
Humor
- Um andere zum Weinen zu bringen, muß man mitweinen; um andere zum Lachen zu bringen, darf man aber selbst nicht lachen.
(Signor Malipiero in: Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 123)
Ironie
- Die Schnittmenge aus Ehrlichkeit und Höflichkeit ist selten groß, und wo sie gar nicht besteht, bleibt eben nur Ironie.
(Stephan Thome: „Grenzgang“; Thome 2009, 230)
Kommunikation
- Wer nichts fragt, bekommt die ausführlichste Antwort.
(Anna Seghers: „Das siebte Kreuz“; Seghers 1942, 269) - Im Verkehr mit Menschen muß man mit vertraulichen Geständnissen sparsam sein. Die Zahl der tatsächlichen Ereignisse, die man mit Stillschweigen übergehen muß, ist weit größer als die der erfundenen, die sich offen erzählen lassen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 148)
Kunst
- Wenn Kunst im Weglassen besteht, ist es dann nicht die höchste Kunst, gar nichts zu machen?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 43) - Erwartet man zu Recht von einem Maler, der ein gutes Christusbild malt, daß er selbst eine Art Christus sein sollte?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 42) - So wie jeder großer Dichter [...] ein Maler sein muß, muß jeder Maler ein Dichter sein.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. XI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1967a, 73) - Eine der Eigenschaften, durch die sich die Kunst vom Leben unterscheidet, besteht darin, daß in der Kunst die Dinge eine Form haben, daß sie Anfang, Mitte, Ende haben. Im Leben dagegen sind die Dinge fließend. [...] Wie auch immer, das ist etwas, was die Kunst für uns tut. Sie gestattet uns, unsere Gefühle mit Ereignissen zu verbinden, in dem Augenblick, in dem sie geschehen. Sie erlaubt uns die Einheit von Herz und Kopf und Sprache und Gefühl. Während wir im Leben von einem Augenblick zum andern nicht eine Zwiebel von einem Stückchen trockenem Toast unterscheiden können.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 167)
Kultur
- Theoretische Kenntnisse der Sitten nützen dem Menschen in seinem Leben ebensoviel wie dem, der vor der Lektüre eines Buches das Inhaltsverzeichnis überfliegt; wenn er es gelesen hat, ist er lediglich über den Stoff im Bilde.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 133)
Kuss
- Der Kuß ist nichts anderes als ein Ausdruck des Verlangens, das geküßte Geschöpf aufzuessen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. X; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966d, 22) - [...] denn was ist ein Kuß? Nichts anderes als das äußere Zeichen des Verlangens, am geliebten Objekt teilzuhaben.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 156)
Leid
- Es ist unmöglich, ein Vergnügen richtig zu genießen, dem nicht irgendeine Mühe vorangegangen ist; wahres Vergnügen erwächst nur aus erduldetem Leid.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 146 f.) - Alle ökonomischen Theorien basieren auf dem falschen Prinzip. Im Leben mußt du für Schmerzen bezahlen und wirst für Freude belohnt.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 181)
Lesen
- Denn allezeit nur Wein oder Wasser trinken ist nicht lustig; sondern zuweilen Wein, zuweilen Wasser trinken, das ist lustig. Also ist's auch lustig, so man mancherlei liest.
(2. Makk 15,40; „Das zweite Buch der Makkabäer“ in Schindler 1988, 147) - Ein Ort kann noch so reizend sein, er wird doch einen Mann stets langweilen, der dort allein leben muß, wenn er nicht irgendein Werk der Literatur zur Hand hat.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. X; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966d, 217)
Liebe
- Derart täuscht man sich: man hält für Zuneigung, was doch nur die Erregung der Begierde, und nennt Kälte, was die innere Ruhe einer zuverlässigen Zuneigung ist.
(George Sand: „Jeanne“, 1844; übersetzt aus dem Französischen von Heidrun Hemje-Oltmanns; Sand 1993, 247) - Wer glaubt, die Freuden der Venus seien auch dann schon etwas, wenn sie nicht zwei verliebten Herzen in voller Übereinstimmung entspringen, der ist zu bedauern.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 322) - Die Liebe ist der Gott der Natur; aber was ist schon die Natur, wenn ihr Gott ein ungezogenes Kind ist? Wir wissen das, und doch dienen wir ihm.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 254) - Es ist die Pflicht eines Liebenden, das geliebte Wesen zur Hingabe zu nötigen; die Liebe wird ihn auch nie vermessen finden können.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 277) - Man kann nicht zwei Frauen zugleich lieben, und man kann auch die Liebe weder durch allzu reichliche Erfüllung noch durch Enthaltsamkeit lebendig erhalten.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IV; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965d, 70) - Die Liebe ist eine große Dichterin, der Stoff geht ihr nie aus; wenn sie aber nie zum erstrebten Ziel gelangt, wird sie abgestanden wie der Teig beim Becker.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 174) - Beim Umgang mit Frauen hingegen handelt es sich nur um gegenseitige Täuschungen, die man nicht rechnen kann; denn wenn die Liebe mit im Spiel ist, sind gewähnlich beide Teile die Betrogenen.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 65) - Der wirklich Liebende fürchtet stets, daß der Gegenstand seiner Liebe ihn für einen Aufschneider hält; und die Angst, zuviel zu sagen, läßt ihn weniger sagen, als er möchte.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 166 f.)
Militär
- [...] die militärische Erziehung […], die die Klugen verdummt, die Dummen aber klüger macht, persönlichen Ehrgeiz dämpft oder umbiegt, faule Umbeweglichkeit aber anstachelt.
(Arnold Zweig: „Junge Frau von 1914“; Zweig 1931, 120)
München
- Und das einzige Mittel, in dieser Stadt [München] bemerkt zu werden, ist für wirklich echte Begabung, daß man etwas Kitschigem ähnlich sieht, verwechselt wird und damit Erfolg hat.
(Arnold Zweig, zitiert von Kurt Tucholsky in „Lieber Arnold Zweig“, 1914: Tucholsky 1995, 209)
Musik
- Die Musik ist ein Monolog des Gefühls.
(Ludwig Feuerbach: „Das Wesen des Christenthums“, 1841; Feuerbach 1960, 11) - Die Musik ist die Sprache des Gefühls – der Ton das laute Gefühl, das Gefühl, das sich mittheilt.
(Ludwig Feuerbach: „Das Wesen des Christenthums“, 1841; Feuerbach 1960, 4)
Neid
- Neid – die große dunkle Wolke, aus der ununterbrochen saurer Regen fällt.
(Stephan Thome: „Grenzgang“; Thome 2009, 199)
Parfum
- Das Parfum lebt in der Zeit; es hat Jugend, seine Reife und sein Alter. Und nur wenn es in allen drei verschiedenen Lebensaltern auf gleich angenehme Weise Duft verströmt, ist es als gelungen zu bezeichnen.
(Patrick Süskind: „Das Parfum“; Süskind 1985, 80)
Persönlichkeitsentwicklung
- Da ich mich jederzeit als die Hauptursache aller Widerwärtigkeiten, die mir zustießen, erkannte, habe ich mich stets mit Freuden in der Lage gesehen, mein eigener Schüler zu sein, und pflichtschuldigst meinen Lehrer geliebt.
(Giacomo Casanova: Vorrede zu „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 77)
Prostitution
- Bedenken Sie doch, meine schöne Lia, daß sich alle Frauen, ob anständig oder nicht, verkaufen. Wenn ein Mann Zeit dazu hat, kauft er sie durch seine Werbung; wenn er in Eile ist wie ich, hält er sich an Geschenke und Gold.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966a, 322)
Rache
- In der Natur erzeugt jeder Stoß einen gleich starken Gegenstoß; im moralischen Bereich ist die Gegenwirkung jedoch stärker als die Tat.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. XI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1967a, 93)
Religion
- Die Nacht ist die Mutter der Religion.
(Ludwig Feuerbach: „Das Wesen des Christenthums“, 1841; Feuerbach 1960, 233) - Keine Wahrheit ist übrigens sicherer als die, daß ein frommes Mädchen, wenn es sich mit ihrem Geliebten fleischlich vereint, das Vergnügen hundertmal stärker empfindet als eines ohne Vorurteile. Diese Wahrheit liegt zu sehr in der Natur begründet, [...]
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. XI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1967a, 103)
Schönheit
- Ein ins Gesicht geschriebener Empfehlungsbrief verliert nie seinen Wert. Wer Augen hat, honoriert ihn bei Vorlage.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 289) - Eine Schöne ohne aufgeschlossenen Geist hat schließlich, nach dem sinnlichen Genuß ihrer Reize, einem Liebhaber nichts mehr zu bieten. Eine geistvolle Häßliche macht einen Mann so verliebt, daß ihm nichts zu wünschen übrigbleibt.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. III; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965c, 82) - Die Frau ist wie ein Buch, von dem, ob gut oder schlecht, zunächst die Titelseite gefallen muß; bietet sie keinen Anreiz, so erweckt sie auch nicht die Lust zum Lesen, und diese Lust ist nur so stark wie das Interesse, das sie einflößt.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 244) - Das Gesicht einer Frau mit ausgeprägten Zügen wandelt sich allzu leicht von Schönheit in Häßlichkeit.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. X; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966d, 58)
Schreiben
- Was die Unberufenen angeht, denen ich es nicht verwehren kann, mich zu lesen, so genügt mir die Gewißheit, daß ich nicht für sie geschrieben habe.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 67) - Warum schreiben Leute dicke Romane darüber, daß es nicht mehr möglich sei, Romane zu schreiben?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 42) - Sind eigentlich die Leser verpflichtet, einen Dichter zu verstehen, oder ist ein Dichter verpflichtet, sich den Lesern verständlich zu machen?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 43) - „Ein Dichter kann unmöglich schreiben“, entgegnete darauf mein bewundernswerter Kardinal, „ohne daß er so tut, als sei er verliebt.“
(Kardinal Prospero Colonna di Sciarra, zitiert in: Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 347) - Ob wert oder unwert, mein Leben ist mein Stoff, und mein Stoff ist mein Leben. Da ich es gelebt habe, ohne je daran zu denken, mich könnte einmal die Lust packen, es aufzuschreiben, mag es ein gewisses Interesse besitzen; [...]
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 66 f.)
Selbstbewusstsein
- Wirklich souverän ist der, der eine Einladung ohne Begründung absagen kann.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 232)
Selbstmord
- Ich glaube, daß aus einer langandauernden Verachtung seiner selbst jene Verzweiflung entsteht, die zum Selbstmord führt.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IX; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966c, 356)
Sexualität
- Was die Frauen betrifft, so habe ich immer gefunden, daß die jeweils Geliebte angenehm duftete, und je kräftiger sie schwitzte, desto köstlicher schien sie mir zu sein.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 71) - Wenn es die Lust gibt und wenn man sie genießen kann, solange man lebt, so ist das Leben doch ein Glück.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 21) - Ein Mann, der einer Frau seine Liebe anders als handgreiflich erklärt, hat noch viel zu lernen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. V; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965e, 98) - Ohne Worte verliert die Liebe mindestens zwei Drittel ihres Reizes.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965f, 118) - Meine Laster haben stets nur mich selbst bestraft, außer in den Fällen, in denen ich verführt habe; aber die Verführung war niemals kennzeichnend für mich, denn ich habe stets nur unbewußt verführt, weil ich selbst verführt war.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. XII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1967b, 120 f.) - Keine Wahrheit ist übrigens sicherer als die, daß ein frommes Mädchen, wenn es sich mit ihrem Geliebten fleischlich vereint, das Vergnügen hundertmal stärker empfindet als eines ohne Vorurteile. Diese Wahrheit liegt zu sehr in der Natur begründet, [...]
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. XI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1967a, 103) - Ein Liebhaber, der das Glück nicht beim Schopf zu packen weiß, wenn sich die Gelegenheit bietet, hat verloren.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 171) - Einem jungen verliebten Mann kommt ein Unvermögen in der Liebe nie in den Sinn; hat er aber Zweifel, so rächt sich die Liebe und läßt ihn im Stich.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IV; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965d, 140) - Den Freuden meiner Sinne galt mein Leben lang mein Hauptstreben; etwas Wichtigeres gab es für mich niemals.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 70)
Trennung
- Alle Trennungen sind höchst schmerzlich, und die letzte wirkt stets weit schmerzlicher als die vorangegangenen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 113)
Tod
- Da ich mich also erst nach meinem Lebensende in der vollkommenen Gewißheit wiegen darf, unsterblich zu sein, wird man mir verzeihen, wenn ich es nicht eilig habe, zur Erkenntnis dieser Wahrheit zu gelangen. Eine Erkenntnis, die das Leben kostet, ist zu teuer erkauft.
(Giacomo Casanova: Vorrede zu „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 68) - Cicero sagt, der Tod erläse uns von unseren Leiden. Dieser große Philosoph bucht die Ausgaben, stellt aber die Einnahmen nicht in Rechnung.
(Giacomo Casanova: Vorrede zu „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 74 f.; Casanova bezieht sich auf Ciceros Schrift „Tusculanae Disputationes“)
Venedig
- [...] denn in Venedig sind die Eifersüchtigen schlecht dran.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 221)
Verstand
- Verstand ist die beste Vaterlandsliebe[.]
(Arnold Zweig: „Junge Frau von 1914“; Zweig 1931, 270) - Um vernünftig zu überlegen, darf man weder verliebt noch zornig sein, denn diese beiden Leidenschaften machen uns den Tieren ähnlich; aber unglücklicherweise neigen wir gerade dann zum Räsonnieren, wenn wir unter dem Bann der einen oder der anderen stehen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 29 f.) - Unser Verstand ist wie Schießpulver, das zwar sehr leicht zu entzünden ist, sich jedoch niemals entzündet, wenn man es nicht in Brand setzt; oder wie ein Trinkglas, das niemals zerbricht, wenn man es nicht selbst zerbricht.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IV; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965d, 233) - Verstandesschlechtigkeit ist immer auch Herzensschlechtigkeit.
(Ludwig Feuerbach: „Das Wesen des Christenthums“, 1841; Feuerbach 1960, 296)
Vorhersage
- Man beruft sich auf Ereignisse, die man erraten hat; aber man spricht nicht von den hundert anderen, die zwar vorhergesagt wurden, aber nicht eintrafen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IX; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966c, 181)
Vorurteile
- Im allgemeinen schätzen es die Menschen durchaus nicht, daß du ihnen ohne Vorurteile gegenübertrittst. Sie wollen, daß du Vorurteile habest – die ihren.
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 209)
Wahrheit
- ... ich bin lieber ein Teufel im Bunde mit der Wahrheit, als ein Engel im Bunde mit der Lüge.
(Ludwig Feuerbach: „Das Wesen des Christenthums“, 1841; Feuerbach 1960, 227) - Nur mit dem Wahrheitssinn ist auch der Sinn für das Gute gegeben. Verstandesschlechtigkeit ist immer auch Herzensschlechtigkeit.
(Ludwig Feuerbach: „Das Wesen des Christenthums“, 1841; Feuerbach 1960, 296)
Weinen
- Die Tränen der Welt sind unvergänglich. Für jeden, der anfängt zu weinen, hört irgendwo ein anderer auf. Genauso ist es mit dem Lachen.
(Samuel Beckett: „Warten auf Godot“, 1949; aus dem Englischen von Elmar Tophoven; Beckett 1976, 36)
Weisheit
- Der ist weise, der die Kraft hat, mit dem Handeln zu warten, bis die Ruhe bei ihm eingekehrt ist. Ein solcher ist selten.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 64)
Wirtschaft
- Alle ökonomischen Theorien basieren auf dem falschen Prinzip. Im Leben mußt du für Schmerzen bezahlen und wirst für Freude belohnt.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 181)
Wunder
- Man muß Gott bitten, daß er einem gnädig ist, und nicht, daß er die Natur durch Wunder in Unordnung bringen soll.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IV; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965d, 261)
Wünsche
- [...] das Begehren ist ein wahrer Quälgeist, eine richtige Plage, und man schätzt den Genuß hauptsächlich, weil er einen davon befreit. Daraus [lässt sich?] ersehen, daß denen, die einen gewissen Widerstand dem großen Entgegenkommen vorziehen, die Urteilskraft fehlt.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IV; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965d, 197)
Zeitenwandel
- Es ist gar nicht gut, in einer großen Zeit zu leben.
(Arnold Zweig: „Junge Frau von 1914“; Zweig 1931, 80) - Zu den vielen Begriffsverwirrungen unserer Zeit gehört die ständige Verwechslung von Indiskretion mit Aufrichtigkeit, von Vulgarität mit dem Elementaren, von Intensität mit Lautstärke.
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 161) - Also wurde ich beizeiten gewahr, daß nichts Beständigers in der Welt ist, als die Unbeständigkeit selbsten.
(Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: „Der abenteuerliche Simplicissimus“; Grimmelshausen 1668, 234)
Quellen
In Klammern steht jeweils das Jahr der Erstveröffentlichung (bei Übersetzungen: des Originals) und, mit Schrägstrich getrennt, das Jahr der hier benutzten Ausgabe.
- Allen, David (2001): Getting Things Done. The Art of Stress-Free Productivity. Viking, Harmondsorth
- Beckett, Samuel (1976): Werke. Band I. Dramatische Werke. Suhrkamp, Frankfurt am Main
- Casanova, Giacomo (1965a): Geschichte meines Lebens. Bd. I. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965b): Geschichte meines Lebens. Bd. II. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965c): Geschichte meines Lebens. Bd. III. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965d): Geschichte meines Lebens. Bd. IV. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965e): Geschichte meines Lebens. Bd. V. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965f): Geschichte meines Lebens. Bd. VI. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1966a): Geschichte meines Lebens. Bd. VII. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1966b): Geschichte meines Lebens. Bd. VIII. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1966c): Geschichte meines Lebens. Bd. IX. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1966d): Geschichte meines Lebens. Bd. X. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1967a): Geschichte meines Lebens. Bd. XI. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1967b): Geschichte meines Lebens. Bd. XII. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Ende, Michael (1994): Michael Endes Zettelkasten. Skizzen & Notizen. Weitbrecht, Stuttgart/Wien
- Feuerbach, Ludwig (1960): Sämtliche Werke. Band 6. Hrsg. von Wilhelm Bolin. 2. Aufl. Fromann Verlag Günther Holzboog, Stuttgart
- French, Marilyn (1977/1987): Frauen. Deutsch von Barbara Duden, Monika Schmid, Gesine Strempel. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg [Originaltitel: „The Women’s Room“]
- Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von (1668/1995): Der abenteuerliche Simplicissimus. Hrsg. von Alfred Kellerat. Winkler, München
- Kostolany, André (1991): Kostolanys Börsenpsychologie. Vorlesungen am Kaffeehaustisch. ECON, Düsseldorf/Wien/New York
- Kostolany, André (1986): Kostolanys Börsenseminar. Für Kapitalanleger und Spekulanten. 3. Aufl. ECON, Düsseldorf/Wien
- Lenz, Siegfried (2006): Die Erzählungen. Mit einem Geleitwort von Marcel Reich-Ranicki. Hoffmann und Campe, Hamburg
- Schindler, Alfred (Hrsg.) (1988): Apokryphen zum Alten und Neuen Testament. Manesse, Zürich (Manesse Bibliothek der Weltliteratur)
- Sand, George (1844/1993): Jeanne. Aus dem Französischen neu übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Heidrun Hemje-Oltmanns. Deutscher Taschenbuch Verlag, München (dtv klassik 2319)
- Seghers, Anna (1942/2000): Das siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland. Bandbearbeitung Bernhard Spies. Aufbau-Verlag, Berlin
- Süskind, Patrick (1985/1994): Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders. Diogenes Taschenbuch, Zürich
- Thome, Stephan (2009): Grenzgang. Suhrkamp, Frankfurt am Main
- Tucholsky, Kurt (1995): Gesammelte Werke. Band 1. 1907–1918. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg
- Zweig, Arnold (1931/2001): Junge Frau von 1914. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin
Evgenij Unker
11.09.2026, aktualisiert am 30.09.2026
Kontakt für Urheberrechtsfragen
Bei allen Fragen rund um das Urheberrecht kontaktiere bitte Evgenij Unker unter lektorat@unker.de.
Das könnte für dich ebenfalls spannend sein
- Webinar-Aufzeichnung zum Thema Persönlichkeitsentwicklung von Evgenij Unker >>
- Liste veralteter und seltener Wörter der deutschen Sprache >>
- Veränderung der Schreibweise einzelner Wörter im Zuge der Rechtschreibreformen der letzten 30 Jahren >>
- Lexikon politischer Begriffe >>
- Wie und wo kannst du Germanistik studieren? >>
Hinterlasse einen Kommentar
Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Lexikon?
Schreib uns dazu bitte einen Kommentar. Dein Beitrag erscheint nach Prüfung durch einen Moderator.
Wenn dir der Artikel gefällt, verlinke ihn bitte auf deiner Website oder teile den Link in Social Media. Danke!
