Kluge und witzige Sprüche, Zitate bekannter Menschen, Auszüge aus bekannten Texten, kontroverse, pointiert formulierte Meinungsäußerungen – all das findest du hier, sortiert nach Themen.
Und das Beste: Sämtliche Zitate wurden vom Zusammensteller Evgenij Unker manuell aus den Originalquellen entnommen. Die Zitate stammen also nicht aus anderen Zitatensammlungen, nicht von der KI und nicht aus anderen unseriösen Quellen.
Bitte beachte, dass die Zitate teilweise belletristischen Texten entnommen sind. Das heißt, sie spiegeln nicht unbedingt die Ansicht des genannten Autors wider. Oft handelt es sich um Figurenrede, also Aussagen fiktiver Charakter etwa in einem Roman, die den Ansichten des Autors sogar diametral widersprechen können.
Es versteht sich von selbst, dass die Zitate auch nicht unbedingt die Meinung von Evgenij Unker oder von Lektorat Unker wiedergeben. Viele provokante, streitbare Zitate wurden bewusst als Diskussionsgrundlage oder als historisches Zeitzeugnis aufgenommen.
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Beispiel: Du willst ein Zitat aus dem Roman „Frauen“ von Marilyn French anführen. Dies wäre eine mögliche vollständige Quellenangabe (im Harvard-Stil):
French, Marilyn (1987): Frauen. Deutsch von Barbara Duden, Monika Schmid, Gesine Strempel. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg. Seite 17. Zitiert nach: Unker, Evgenij (Hrsg.) (2026): Sammlung von Zitaten und Aphorismen. Stand 11.09.2026. URL: https://www.unker.com/de/zitate (letzter Zugriff am 11.09.2026)
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- Ableismus
- Banken(wesen)
- Börse
- Dankbarkeit
- Demokratie
- Erfolg
- Feminismus
- Freiheit
- Geheimnis
- Gebet
- Geld
- Hamburg
- Ironie
- Kommunikation
- Kunst
- Lesen
- Liebe
- Militär
- München
- Neid
- Parfum
- Prostitution
- Schönheit
- Schreiben
- Selbstbewusstsein
- Vorurteile
- Weinen
- Zeitenwandel
Erklärung der Symbole
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Ableismus
- Nichts ist übrigens seltener als ein dummer Buckliger. Da nicht alle klugen Leute bucklig sind, aber alle Buckligen klug, habe ich seit langem erkannt, daß nicht die Rachitis von der Klugheit, sondern die Klugheit von der Rachitis kommt.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. III; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965c, 83)
Banken(wesen)
- Der Banker müßte weise sein wie Salomon, klug wie Aristoteles, stark wie Samson und alt wie Methusalem.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 214) - Es ist eine alte Geschichte, daß die Gewinne der großen Geldinstitute zwar noch privat sind, ihre Verluste aber verstaatlicht werden.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 182)
Börse
- Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut essen will, bevorzugt Aktien.
(alter Börsenspruch; zitiert von André Kostolany in „Kostolanys Börsenpsychologie“; Kostolany 1991, 153) - Alle Börsenspieler und Spekulanten befinden sich in einer Dunkelkammer. Sie können nur durch herumtasten die Objekte finden, die sie suchen. Natürlich wird derjenige, der sich schon seit langem in der Dunkelkammer befindet, leichter die gesuchten Objekte finden als jener, der soeben vom hellichten Tag eingetreten ist.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 96) - An der Börse sagt uns oft das Gefühl, was wir machen, und der Verstand, was wir vermeiden sollen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Bargeld in der Tasche und gleichzeitig die Absicht zu haben, bei niedrigen Kursen in die Börse einzusteigen, ist dasselbe Vergnügen, wie hungrig zu sein und sich auf dem Weg in ein Restaurant zu befinden.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 225) - Bei jeder guten bürgerlichen französischen Familie hat man den dümmsten Sohn zur Börse geschickt. Bestimmt hatte das seine Gründe.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 228) - Die Massenmedien, die zuschauen, wie man das Publikum prellt, sind an dem Schaden mitschuldig.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 231) - Es gibt keine feststehende Grenze zwischen Spekulation und Anlage. Eine gute Anlage ist eine gelungene Spekulation, und eine Verlustspekulation ist eine schlechte Anlage.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 91) - Es gibt keinen Narren, von dem man manchmal nicht etwas erfahren kann, das in das Mosaik einer Börsenüberlegung hineinpassen könnte.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 213) - Für die Kursentwicklung ist es nicht wichtig, was heute geschieht, sondern was sich morgen und übermorgen ereignen wird. Denn was heute geschieht, ist in den Kursen bereits enthalten.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 226) - Man setzt sich nicht einmal fünf Kilometer in ein Auto, wenn man damit rechnet, daß es mit diesem Wagen nach 50 Kilometern zu einem schweren Unfall kommen könnte.
(Argument gegen den Kauf schlechter Wertpapiere; André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 91) - Oft muß man an der Börse die Augen schließen, damit man besser sehen kann.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 218) - Schon vor 40 Jahren prägte ich die Gleichung, daß an der Börse zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins ist. Erst kommt es immer anders und später erst, wie man es erwartet hat. Zum Schluß siegt die Logik, man muß nur das »minus eins« abwarten können.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 242) - Steigt die Börse, kommt das Publikum, fällt die Börse, geht das Publikum.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 217) - Von vielen Börsianern kann man sagen, daß sie in der Jugend ausgeben, was sie im Alter verdienen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 230) - Wenn ein Bankier auf einen Vorschlag nein sagt, meint er vielleicht. Sagt er vielleicht, meint er ja. Sagt er aber sofort ja, ist er kein guter Bankier. Wenn ein Spekulant auf einen Tip ja sagt, meint er vielleicht. Sagt er vielleicht, meint er nein, und wenn er gleich nein sagt, ist er kein wirklicher Spekulant.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 215)
Dankbarkeit
- Es gibt keine echte Frau mit unverdorbenem Herzen, die ein Mann nicht mit Sicherheit erobern könnte, indem er ihre Dankbarkeit erweckt. Das ist ein unfehlbares Mittel und der kürzeste Weg zum Erfolg; aber man muß sich darauf verstehen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 271)
Demokratie
- Demokratie ist die Verheißung einer fernen Zukunft.
(Michael Thumann: Die Zeit, Nr. 14, 25. März 2004, 59. Jahrgang)
Erfolg
- Keep in mind, you can feel good about what you're not doing, only when you know what you're doing.
Denk dran: Du kannst dich nur dann damit wohlfühlen, was du nicht tust, wenn du weißt, was du tust.
(David Allen: „Getting Things Done“; Allen 2001, 107; Übersetzung ins Deutsche in diesem Fall von Evgenij Unker) - Oft kann man durch Zufall die glücklichsten Dummheiten begehen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 213)
Feminismus
- Frauen sind die am wenigsten geachtete Klasse in Amerika. Neger, Puertorikaner und Gammler mag man hassen, aber man fürchtet sie auch ein bißchen. Frauen erfahren noch nicht einmal den Respekt der Furcht.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 16) - Schwangerschaft ist ein langes Warten, bei dem du lernst, was es heißt, völlig die Herrschaft über dein Leben zu verlieren.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 59) - Und es gibt so viele einfachere Arten, eine Frau zu zerstören. Man muß sie nicht vergewaltigen und töten; man muß sie nicht einmal prügeln. Man braucht sie nur zu heiraten.
(Marilyn French: „Frauen“; French 1977, 55)
Freiheit
- Ich habe die Frauen bis zum Wahnsinn geliebt, aber stets zog ich ihnen meine Freiheit vor. Wenn ich mich in Gefahr befand, sie einzubüßen, gelang es mir stets, wenn auch mit knapper Not, mich zu retten.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. III; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965c, 221)
Gebet
- Verzweiflung tötet; das Gebet macht sie zunichte, und nach dem Gebet schöpft der Mensch Vertrauen und Kraft.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 63)
Geheimnis
- Ein erschlichenes Geheimnis gleicht einem Diebstahl.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966a, 206)
Geld
- Die meisten Menschen, die die Eigenschaft besitzen, viel Geld zu machen, haben selten auch die Eigenschaft, es zu genießen.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Es ist für den Schuldner wichtiger, einen guten Gläubiger zu finden, als für den Gläubiger, einen guten Schuldner.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 214) - Mir imponieren nur die Millionäre, die mir auch imponieren würden, wenn sie keinen Knopf in der Tasche hätten.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 227) - Über einen reichen Dummkopf wird man immer wie über einen Reichen sprechen, über einen armen jedoch wie über einen Dummkopf.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 215) - Vermögend zu sein bedeutet, mehr Geld zu haben als die anderen aus demselben Milieu.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 215)
Hamburg
- Hamburger, wie gesagt, sind Leute, die sich selbst für Hamburger halten.
(Siegfried Lenz: „Leute von Hamburg“, 1966; Lenz 2006, 958)
Ironie
- Die Schnittmenge aus Ehrlichkeit und Höflichkeit ist selten groß, und wo sie gar nicht besteht, bleibt eben nur Ironie.
(Stephan Thome: „Grenzgang“; Thome 2009, 230)
Kommunikation
- Wer nichts fragt, bekommt die ausführlichste Antwort.
(Anna Seghers: „Das siebte Kreuz“; Seghers 1942, 269)
Kunst
- Wenn Kunst im Weglassen besteht, ist es dann nicht die höchste Kunst, gar nichts zu machen?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 43) - Erwartet man zu Recht von einem Maler, der ein gutes Christusbild malt, daß er selbst eine Art Christus sein sollte?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 42)
Lesen
- Denn allezeit nur Wein oder Wasser trinken ist nicht lustig; sondern zuweilen Wein, zuweilen Wasser trinken, das ist lustig. Also ist's auch lustig, so man mancherlei liest.
(2. Makk 15,40; „Das zweite Buch der Makkabäer“ in Schindler 1988, 147)
Liebe
- Wer glaubt, die Freuden der Venus seien auch dann schon etwas, wenn sie nicht zwei verliebten Herzen in voller Übereinstimmung entspringen, der ist zu bedauern.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 322) - Die Liebe ist der Gott der Natur; aber was ist schon die Natur, wenn ihr Gott ein ungezogenes Kind ist? Wir wissen das, und doch dienen wir ihm.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 254) - Es ist die Pflicht eines Liebenden, das geliebte Wesen zur Hingabe zu nötigen; die Liebe wird ihn auch nie vermessen finden können.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 277)
Militär
- [...] die militärische Erziehung […], die die Klugen verdummt, die Dummen aber klüger macht, persönlichen Ehrgeiz dämpft oder umbiegt, faule Umbeweglichkeit aber anstachelt.
(Arnold Zweig: „Junge Frau von 1914“; Zweig 1931, 120)
München
- Und das einzige Mittel, in dieser Stadt [München] bemerkt zu werden, ist für wirklich echte Begabung, daß man etwas Kitschigem ähnlich sieht, verwechselt wird und damit Erfolg hat.
(Arnold Zweig, zitiert von Kurt Tucholsky in „Lieber Arnold Zweig“, 1914: Tucholsky 1995, 209)
Neid
- Neid – die große dunkle Wolke, aus der ununterbrochen saurer Regen fällt.
(Stephan Thome: „Grenzgang“; Thome 2009, 199)
Parfum
- Das Parfum lebt in der Zeit; es hat Jugend, seine Reife und sein Alter. Und nur wenn es in allen drei verschiedenen Lebensaltern auf gleich angenehme Weise Duft verströmt, ist es als gelungen zu bezeichnen.
(Patrick Süskind: „Das Parfüm“; Süskind 1985, 80)
Prostitution
- Bedenken Sie doch, meine schöne Lia, daß sich alle Frauen, ob anständig oder nicht, verkaufen. Wenn ein Mann Zeit dazu hat, kauft er sie durch seine Werbung; wenn er in Eile ist wie ich, hält er sich an Geschenke und Gold.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966a, 322)
Schönheit
- Ein ins Gesicht geschriebener Empfehlungsbrief verliert nie seinen Wert. Wer Augen hat, honoriert ihn bei Vorlage.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VIII; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1966b, 289)
Schreiben
- Was die Unberufenen angeht, denen ich es nicht verwehren kann, mich zu lesen, so genügt mir die Gewißheit, daß ich nicht für sie geschrieben habe.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 67) - Warum schreiben Leute dicke Romane darüber, daß es nicht mehr möglich sei, Romane zu schreiben?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 42) - Sind eigentlich die Leser verpflichtet, einen Dichter zu verstehen, oder ist ein Dichter verpflichtet, sich den Lesern verständlich zu machen?
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 43)
Selbstbewusstsein
- Wirklich souverän ist der, der eine Einladung ohne Begründung absagen kann.
(André Kostolany: „Kostolanys Börsenseminar“; Kostolany 1986, 232)
Sexualität
- Was die Frauen betrifft, so habe ich immer gefunden, daß die jeweils Geliebte angenehm duftete, und je kräftiger sie schwitzte, desto köstlicher schien sie mir zu sein.
(Giacomo Casanova: Vorrede zur „Geschichte meines Lebens“, Bd. I; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965a, 71) - Wenn es die Lust gibt und wenn man sie genießen kann, solange man lebt, so ist das Leben doch ein Glück.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 21) - Ein Mann, der einer Frau seine Liebe anders als handgreiflich erklärt, hat noch viel zu lernen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. V; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965e, 98) - Ohne Worte verliert die Liebe mindestens zwei Drittel ihres Reizes.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. VI; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965f, 118)
Verstand
- Verstand ist die beste Vaterlandsliebe[.]
(Arnold Zweig: „Junge Frau von 1914“; Zweig 1931, 270) - Um vernünftig zu überlegen, darf man weder verliebt noch zornig sein, denn diese beiden Leidenschaften machen uns den Tieren ähnlich; aber unglücklicherweise neigen wir gerade dann zum Räsonnieren, wenn wir unter dem Bann der einen oder der anderen stehen.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. II; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965b, 29 f.) - Unser Verstand ist wie Schießpulver, das zwar sehr leicht zu entzünden ist, sich jedoch niemals entzündet, wenn man es nicht in Brand setzt; oder wie ein Trinkglas, das niemals zerbricht, wenn man es nicht selbst zerbricht.
(Giacomo Casanova: „Geschichte meines Lebens“, Bd. IV; übersetzt von Heinz von Sauter; Casanova 1965d, 233)
Vorurteile
- Im allgemeinen schätzen es die Menschen durchaus nicht, daß du ihnen ohne Vorurteile gegenübertrittst. Sie wollen, daß du Vorurteile habest – die ihren.
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 209)
Weinen
- Die Tränen der Welt sind unvergänglich. Für jeden, der anfängt zu weinen, hört irgendwo ein anderer auf. Genauso ist es mit dem Lachen.
(Samuel Beckett: „Warten auf Godot“, 1949; aus dem Englischen von Elmar Tophoven; Beckett 1976, 36)
Zeitenwandel
- Es ist gar nicht gut, in einer großen Zeit zu leben.
(Arnold Zweig: „Junge Frau von 1914“; Zweig 1931, 80) - Zu den vielen Begriffsverwirrungen unserer Zeit gehört die ständige Verwechslung von Indiskretion mit Aufrichtigkeit, von Vulgarität mit dem Elementaren, von Intensität mit Lautstärke.
(Michael Ende: „Michael Endes Zettelkasten“; Ende 1994, 161)
Quellen
In Klammern steht jeweils das Jahr der Erstveröffentlichung (bei Übersetzungen: des Originals) und, mit Schrägstrich getrennt, das Jahr der hier benutzten Ausgabe.
- Allen, David (2001): Getting Things Done. The Art of Stress-Free Productivity. Viking, Harmondsorth
- Beckett, Samuel (1976): Werke. Band I. Dramatische Werke. Suhrkamp, Frankfurt am Main
- Casanova, Giacomo (1965a): Geschichte meines Lebens. Bd. I. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965b): Geschichte meines Lebens. Bd. II. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965c): Geschichte meines Lebens. Bd. III. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965d): Geschichte meines Lebens. Bd. IV. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965e): Geschichte meines Lebens. Bd. V. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1965f): Geschichte meines Lebens. Bd. VI. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1966a): Geschichte meines Lebens. Bd. VII. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Casanova, Giacomo (1966b): Geschichte meines Lebens. Bd. VIII. Herausgegeben von Erich Loos. Übersetzt von Heinz von Sauter. Propyläen Verlag, Berlin West
- Ende, Michael (1994): Michael Endes Zettelkasten. Skizzen & Notizen. Weitbrecht, Stuttgart/Wien
- French, Marilyn (1977/1987): Frauen. Deutsch von Barbara Duden, Monika Schmid, Gesine Strempel. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg [Originaltitel: „The Women’s Room“]
- Kostolany, André (1991): Kostolanys Börsenpsychologie. Vorlesungen am Kaffeehaustisch. ECON, Düsseldorf/Wien/New York
- Kostolany, André (1986): Kostolanys Börsenseminar. Für Kapitalanleger und Spekulanten. 3. Aufl. ECON, Düsseldorf/Wien
- Lenz, Siegfried (2006): Die Erzählungen. Mit einem Geleitwort von Marcel Reich-Ranicki. Hoffmann und Campe, Hamburg
- Schindler, Alfred (Hrsg.) (1988): Apokryphen zum Alten und Neuen Testament. Manesse, Zürich (Manesse Bibliothek der Weltliteratur)
- Seghers, Anna (1942/2000): Das siebte Kreuz. Roman aus Hitlerdeutschland. Bandbearbeitung Bernhard Spies. Aufbau-Verlag, Berlin
- Süskind, Patrick (1985/1994): Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders. Diogenes Taschenbuch, Zürich
- Thome, Stephan (2009): Grenzgang. Suhrkamp, Frankfurt am Main
- Tucholsky, Kurt (1995): Gesammelte Werke. Band 1. 1907–1918. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg
- Zweig, Arnold (1931/2001): Junge Frau von 1914. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin
Evgenij Unker
11.09.2026
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