Was sind syntaktische Verbarten?

Die syntaktischen Verbarten oder Verbklassen beschreiben die grammatikalische Funktion und das Verhalten eines Verbs im Satzgefüge. Unter anderem legen sie fest, welche Satzglieder Verben benötigen. Die Syntax ist ein Teilbereich der Grammatik und legt fest, wie Wörter zu sinnvollen Sätzen angeordnet werden.

Vollverben

Vollverben können alleine das Prädikat bilden und haben eine ausgeprägte lexikalische Bedeutung. Sie können einen Zustand, einen Vorgang oder eine Tätigkeit beschreiben.

Beispiele für Vollverben:

laufen, schlafen, lesen, sagen, geben, ...

Beispielsätze:

Er liest ein Buch.
Sie sitzt.
Wir schlafen.

Modalverben

Modalverben modifizieren die Aussage eines Vollverbs und ändern somit die Bedeutung. Modalverben stehen an der zweiten Position im Satz und werden konjugiert. Das Vollverb hingegen steht am Ende des Satzes und verbleibt im Infinitiv.

Beispiele für Modalverben:

dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen

Beispielsätze:

Ich darf morgen ins Kino gehen!

Du sollst sofort den Chef anrufen.

Ich möchte meinen Kaffee trinken.

Modalitätsverben

Modalitätsverben drücken die Einstellung des Sprechers oder die Art und Weise einer Handlung aus. Sie bilden kein eigenes Passiv oder Perfekt und werden mit einem „zu-Infinitiv“ oder mit den Verben „sein“ und „haben“ gebildet. Häufig ersetzen sie die klassischen Modalverben.

Konstruktion mit sein und haben:

Die Kinder haben zu gehorchen.

Das Buch ist leicht zu lesen.

Konstruktionen mit „zu-Infinitiv“ (Modalitätsverben der Einschätzung und Haltung):

Sie scheint schon älter zu sein. (Vermutung)

Das Glas droht zu zerspringen. (negative Entwicklung steht bevor)

Wir pflegen sonntags Essen zu gehen. (Gewohnheit)

Es verspricht ein schöner Abend zu werden. (positive Entwicklung steht bevor)

Du brauchst mir nicht zu helfen. (entspricht nicht müssen)

Auxiliarverben/Hilfsverben

Auxiliarverben sind Verben, die mit anderen Verben kombiniert werden. Sie bilden grammatische Formen wie zusammengesetzte Zeiten (Perfekt, Futur) oder das Passiv und werden auch als Hilfsverben bezeichnet. Sie tragen keine eigene lexikalische Bedeutung, sondern grammatische Informationen. Im Deutschen gibt es drei Auxiliarverben:

haben: Ich habe das gemacht. (für die meisten Verben im Aktiv)

sein: Ich bin gestern weggegangen. (für Verben der Bewegung/Zustandsänderung und das Zustandspassiv)

werden: Das wird so gemacht. (für das Futur und das Vorgangspassiv)

Quellen

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Michelle Szellas
21.07.2026, aktualisiert am 23.07.2026

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