Was sind fakultative Satzangaben?
Fakultative (= nicht zwingend notwendige) Satzangaben sind grammatisch nicht nötig und könnten weggelassen werden, ohne dass der Satz ungrammatisch. Die Angaben präzisieren die Aussage des Satzes und können inhaltlich wichtig sein.
Es gibt verschiedene Arten von Angaben:
Lokalangaben
Mit Lokalangaben wird der Ort näher bestimmt. Sie können mit den Fragewörtern „wo“, „wohin“ und „woher“ erfragt werden.
Lokalangaben treten als Adverbien, Adverbialphrasen oder Angabesätze auf.
Beispiele:
- Wir fahren nach Hause. (Wohin?)
- Er kommt aus Dänemark. (Woher?)
- Ich schlafe auf dem Sofa. (Wo?)
- Wir fahren dorthin, wo wir noch nie waren. (Angabesatz)
- Das Café ist am Marktplatz. (Adverbialphrase)
- Er steht draußen. (Adverbium)
Temporalangaben
Temporalangaben bestimmen die Zeit näher. Sie können mit den Fragen „wann?“, „Wie oft?“, „Wie lange?“, „Bis wann?“ usw. erfragt werden.
Häufig stehen Temporalangaben am Satzanfang und können als Adverbien, Adverbialphrasen und Angabesätze auftreten.
Beispiele:
- Er ist 1993 geboren. (Wann?)
- Sie gibt drei Mal die Woche Nachhilfe. (Wie oft?)
- Ich wartete vierzig Minuten. (Wie lange?)
- Mein Vater besuchte uns immer an meinem Geburtstag. (Adverbialphrase)
- Morgens trank sie Kaffee. (Adverbium)
- Sie war zwanzig, als sie ihn das letzte Mal sah. (Angabesatz)
Konditionalangaben
Mit Konditionalangaben wird die Bedingung angegeben, unter der etwas geschieht oder etwas gelingen kann. Man fragt danach mit der Frage: unter welcher Bedingung? Häufig schwingt eine temporale Bedeutung mit.
Konditionalangaben können als Adverbien, Adverbialphrasen oder Angabesätze auftreten.
Beispiele:
- Wenn er genug lernt, schafft er die Klausur. (Unter welcher Bedingung?)
- Dann schafft sie es pünktlich. (Adverbium)
- Unter dieser Voraussetzung wäre ich nie mitgekommen. (Adverbialphrase)
- Wenn er sich gut anstellt, bekommt er den Job. (Angabesatz)
Konsekutivangaben
Mit Konsekutivangaben werden die Folgen einer Handlung benannt. Sie treten nur als Angabesätze auf und können mit der Frag „mit welcher Folge/Konsequenz?“ erfragt werden. Die einleitende Konjunktion ist sodass.
Beispiel:
- Er schubste ihn zur Seite, sodass er fiel. (Angabesatz)
Konzessivangaben
Konzessivangaben geben einen nicht ausreichenden Gegengrund an, also ein Geschehen, dass trotz aller Bemühungen nicht verhindert werden kann. Konzessivangaben treten als Adverbien, Adverbialphrasen und Angabesätze auf.
Beispiele:
- Trotzdem schaffte sie es nicht. (Adverbium)
- Obwohl ich mich sehr bemühte, bekam ich den Job nicht. (Angabesatz)
- Trotz aller Bemühungen, war er nicht erfolgreich. (Adverbialphrase)
Finalangaben
Finalangaben benennen das Ziel oder den Zweck einer Handlung oder eines Geschehens näher. Man kann sie mit den Fragewörtern „Wozu? oder „Wofür?“ erfragen. Finalangaben können als Adverbien, Adverbialphrasen oder Angabesätze auftreten.
- Ich habe das alles für meine Kinder gemacht (Wofür?)
- Er fährt an die Nordsee, um sich zu erholen. (Wozu?)
- Dafür habe ich alles geopfert! (Adverbium)
- Sie hat es nur wegen der Extras gemacht. (Adverbialphrase)
- Ich gab ihm die Tasche, damit ich sie nicht mehr tragen musste. (Angabesatz)
Kausalangaben
Mit Kausalangaben wird der Grund bzw. die Ursache eines Geschehens näher bestimmt. Die Fragewörter sind „warum“, „weshalb“ oder „wieso“. Kausalangaben können als Adverbien, Adverbialphrasen oder Angabesätze auftreten.
Beispiele:
- Ich habe das gemacht, damit du dich freust. (Warum? Weshalb? Wieso?)
- Deshalb haben wir den anderen Weg genommen. (Adverbium)
- Aus diesem Grund mussten wir das machen. (Adverbialphrase)
- Er ist sehr glücklich, weil er einen neuen Job hat. (Angabesatz)
Modalangaben
Modalangaben bestimmen die Art und Weise eines Geschehens näher. Das Fragewort ist „wie“. Instrumentalangaben, die das Mittel einer Handlung angeben, sind eine Untergruppe der Modalangaben. Sie werden mit dem Fragewort „womit“ erfragt. Modalangaben können als Adverbien, Adverbialphrasen oder Angabesätze auftreten.
Beispiele:
- Er absolvierte den Auftritt voller Freude. (Womit?)
- Leichtfüßig balancierte sie über das Seil. (Wie?)
- Das hatte er ungern getan. (Adverbium)
- Das Beet wird mit Erde gefüllt. (Adverbialphrase)
- Er bestritt den Abend, als ob er ein Profi wäre. (Angabesatz)
Restriktivangaben
Mit Restriktivangaben wird der Grad einer Aussage eingeschränkt oder der Rahmen, in dem etwas gültig ist, näher bestimmt. Man fragt mit „inwiefern“ danach. Restriktivangaben können als Adverbien, Adverbialphrasen oder Angabesätze auftreten.
Beispiele:
- Insofern war das Ganze nur halb illegal. (Inwiefern?)
- Gewohnheitsmäßig stattete er seiner Mutter einen Besuch ab. (Adverbium)
- In diesem Punkt hatten sie beide richtig gelegen. (Adverbialphrasen)
- Was unsere Bemühungen dazu angeht, so wollen wir lieber nicht darüber sprechen. (Angabesatz)
Negative Angaben
Mit negativen Angaben wird ein Sachverhalt verneint. Sie können nicht mit einem dezidierten Fragewort erfragt werden und treten nur in Hauptsätzen auf.
Negative Angaben werden durch Negationspartikel wie nicht, niemals, nirgendwo, keinesfalls, absolut nicht oder durchaus nicht angezeigt. Nicht steht normalerweise im Mittelfeld des Satzes, die anderen Partikel sind auf dem Satzfeld frei verschiebbar.
Beispiele:
- Ich konnte meinen Bruder nirgendwo finden.
- Niemals würde sie das erlauben.
- So hätten wir das nicht gehandhabt.
Existimatorische Angaben
Das lateinische Verb existimare bedeutet „einschätzen“. Diese Angaben dienen dazu, die Haltung eines Sprechers zu einem Sachverhalt anzuzeigen. Sie können nicht erfragt werden.
Beispiele:
- Das sollte jetzt auch der Letzte begriffen haben!
- Er sah einfach fantastisch aus.
Quelle
- Götze, Lutz (2002): Schüler-Wahrig. Deutsche Grammatik. Unter Mitarbeit von Gabriele Pommerin und Anna-Ulrike Mayer. Wissen Media, Gütersloh/München, Seiten 85–89
Michelle Szellas
26.05.2026
