Das Pronomen es kann in der deutschen Sprache verschieden gebraucht werden. Im Folgenden findest du Beispiele und Erklärungen zu den drei Funktionen.
Prowort
Nominativ: Das Wetter ist gut. Es gefällt uns sehr.
Hier kann das Pronomen nicht ausgelassen werden. es kann an der Spitze oder in der Mitte des Satzes stehen. es ist der Stellvertreter für ein Substantiv im Nominativ oder Akkusativ Neutrum. Das Personalpronomen kann ausgetauscht werden.
Nominativ: Das Wetter ist gut. Das Wetter gefällt uns sehr.
Wichtig ist hier, dass der Bezug bei der pronominalen Ersetzung immer eindeutig ist, damit Missverständnisse vermieden werden.
es kann als Stellvertreter für eine Art- oder Einordnungsergänzung fungieren. Das ist bei den Verben sein, werden, bleiben der Fall.
Sie ist Köchin und ihre Tochter wird es auch.
Korrelat im einfachen Satz oder Satzgefüge
Es wurde mit den Entlassungen gerechnet.
In diesem Satz ist es ein Platzhalter – auch Korrelat genannt – und besetzt die Subjektstelle. es verweist auf eine nachfolgende Information.
es kann bei Umstellung des Satzes gestrichen werden. Dabei entfällt diese Funktion.
Mit Entlassungen wurde gerechnet.
Ähnlich verhält es sich beim so genannten persönlichen Passiv:
Es wird hier immer wieder eingebrochen.
Hier wird immer wieder eingebrochen.
Dabei stimmt das Objekt – nicht das Korrelat – mit dem Verb formal überein:
Es herrschten am Abend fürchterliche Wetterverhältnisse.
Fürchterliche Wetterverhältnisse herrschten am Abend.
Ähnlich verhält es sich in Fällen, bei denen es ein syntaktisches Objekt vertritt. Hierzu gehören alle Verben des Sich-Befindens:
Mich schüttelt es.
Ihn friert es.
Es hungert ihn.
Ihr graust es.
es als Platzhalter bei Subjekt- und Objektsätzen
Hier vertritt es die Subjektposition und verweist auf den Inhalt des dass-Satzes. Bei der Umstellung entfällt es.
Subjektsatz:
Es ist umständlich, dass du das immer so machst.
Umständlich ist, dass du das immer so machst.
Im Objektsatz vertritt es die Objektposition und verweist auf den nachfolgenden dass-Satz, dabei kann es nicht an der Satzspitze stehen.
Objektsatz: Ich bedauere (es) sehr, dass sie nicht kommt.
Bei einigen Verben ist es fakultativ und kann weggelassen werden:
(es) bedauern, (es) begrüßen, (es) erlauben, (es) bezweifeln, (es) erwarten, (es) wünschen u. Ä.
Bei anderen Verben ist es obligatorisch, kann also nicht wegfallen:
Sie hat es darauf abgesehen, ihn zu heiraten.
In diesen Sätzen kann es nicht an der Satzspitze stehen oder weggelassen werden.
Weitere Beispiele:
es zu etwas bringen, es gut meinen, es anlegen auf etwas u. Ä.
es als formales Subjekt oder Objekt
Es regnet draußen.
Hier kann es ebenfalls nicht gestrichen werden, kann aber auch am Satzende stehen. Es fungiert hier als formales Subjekt. Inhaltlich ist es zwar leer, aber auch unverzichtbar für den Satz. Wenn es als formales Subjekt oder Objekt fungiert, kann es nicht ausgetauscht werden.
Hier ist es kein Platzhalter, sondern das formale Subjekt. Deshalb kann es nicht weggelassen werden. Dazu gehören beispielsweise die Witterungsverben oder Verben, die Geräusche ausdrücken, wobei es hier ausgetauscht werden kann.
Es regnet/blitzt/donnert/hagelt/schneit.
Es klingelt/kracht/läutet/zwitschert.
Hans klingelt.
In einigen festen Verbverbindungen ist es formal ein Objekt. Es ist Teil des Verbalkomplexes und kein Satzglied.
es eilig/gut/schlecht/schwer haben
es aufrichtig/ernst/gut/übel meinen
es sich einfach/leicht/schwer machen
es müde/leid/satt sein
Quelle
- Götze, Lutz (2002): Schüler-Wahrig. Deutsche Grammatik. Unter Mitarbeit von Gabriele Pommerin und Anna-Ulrike Mayer. Wissen Media, Gütersloh/München, S. 286–290
Michelle Szellas
15.07.2026
