Was ist eine Interjektion?

Laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) bezeichnet eine Interjektion ein „lautnachahmendes oder gefühlsbetontes Wort, das nicht flektiert wird und oft einen Satz oder Satzteil einleitet oder begleitet“.

Das Wort stammt, so DWDS, vom Spätlateinischen interiectio ‚Einwurf‘ ab, das sich wiederum aus lateinisch intericere ‚dazwischenwerfen‘ zusammensetzt – eine Verbindung aus inter ‚zwischen‘ und iacere ‚werfen‘. Diese Erklärung unterstreicht noch einmal den „Einwurf“-Charakter dieser Wortart.

Das Bild zeigt eine Lektorin mit einem großen Ei in der Hand. Das Ei deutlich zu sehene Risse. Die Katze daneben macht ein bereuendes Gesicht. KI-generiert.

(Quiz: Ergänze in dem KI-generierten Bild die passenden Ausrufewörter.)

Als Synonyme für Interjektion werden oft auch die folgenden Ausdrücke verwendet: Ausrufewort, Empfindungswort, Ausdruckspartikel.

Interjektionen sind Ausdrucksträger. Sie drücken eine Fülle von Dingen aus: Empfindungen, eine Willenshaltung, eine Bewertung. Oder sie dienen als reines Signal zur Kontaktaufnahme oder -vermeidung. Manchmal sind es sogar Aufforderungen.

Sogenannte sekundäre Interjektionen bestehen aus anderen Wortarten oder sind von ihnen abgeleitet, übernehmen aber die Funktion eines Ausrufs. Beispiele sind etwa Inflektive, die von Verben abgeleitet sind: schnarch, kotz etc.

Im Folgenden findest du eine Liste von Interjektionen, sortiert nach den folgenden Kategorien:

Gesprächspartikel

(einschließlich Grußwörter, Verzögerungspartikel, Bejahung, Verneinung)

Interjektion Verwendung
ach Ausdruck des Schmerzes, Betroffenheit, Mitleid, auch ironisch
ach ja Erkenntnis, Erinnerung, Bestätigung, Überraschung, Nachsicht
ach nee Überraschung, Unglauben, Bedauern
ah Verzögerungspartikel, auch Verständnis
äh Verzögerungspartikel
aha Verständnis, auch triumphierend oder ironisch
ähm Verzögerungspartikel
ahoi Begrüßung
cool positive Bestätigung
ey Verzögerungspartikel, pöbeliges Ansprechen
gottlob positive Bestätigung
Gott nee Ablehnung
hallo Begrüßung
he Begrüßung, Ausruf
heda Begrüßung
hey Warnung, Erstaunen, Empörung, Abwehr, umgangssprachlich auch Begrüßung
hm Verzögerungspartikel
hi Begrüßung
holla Begrüßung
huhu Begrüßung
ja positive Bestätigung
ja mei Gleichgültigkeit, Erstaunen, Bedauern
mhm/mmh Verzögerungspartikel
na Begrüßung
naja Zögern, Nachdenklichkeit, Verlegenheit, Resignation
nein Ablehnung
nun Verzögerungspartikel
oha Überraschung
oi Begrüßung
okay Zustimmung, auch Verzögerung
prost Zustimmung, Anstoßen, auch ironisch
richtig Zustimmung
so/soso Verzögerungspartikel, auch als Verstärkung
tja Zögern, Nachdenklichkeit, Verlegenheit, Resignation
ts ts Missbilligung
tz Missbilligung
tschüss Verabschiedung
uff Ausdruck der Schwere

Aufforderungswörter

(einschließlich Ermunterung, Lock- und Scheuchlaute)

Interjektion Verwendung
dutzie-du Locklaute
frischauf veraltete Aufforderung, sich In Bewegung zu setzen
hey Abwehr, Aufforderung, aufmerksamer zu sein
hopp zur Schnelligkeit oder zum Springen antreiben
hü-hott zur Schnelligkeit antreiben
husch scheuchen
husch-husch scheuchen
ksch Aufforderung, sich zu entfernen; Vertreiben
miez-miez Anlocken, insbesondere einer Katze
pscht Bitte um Stille
pst Bitte um Stille
putt-putt anlocken
sch-sch um Stille bitten
seht her! Aufruf
sieh da! Aufruf
wohlan Aufforderung, zu beginnen, auch Aufmunterung

Empfindungswörter

Abwertung

Interjektion
phh
pff

Freude

Interjektion
ätsch (Schadenfreude)
ätschibätschi
bravo
geil
genau
ha
hach
haha
harhar
hehe
hei (veraltend)
hihi
hoho
hurra
juchhu
juhu
lol
o lala
wow

Verwunderung

Interjektion
ach
bitte?
boa / boah
boa ey / boah ey
Donnerwetter
hm?
höh?
hoppla
huch
mein lieber Scholli
nanu
o / oh
oh je / oje / ohje
oho
potz Blitz! (veraltet)
potztausend!
was?
wie bitte?
wirklich?
ui
um Himmels willen

Überraschung

Interjektion
da schau an!
herrjemine
Jesses! (Verballhornung von Jesus)
jemine
Meine Güte!
Oh Gott, oh Gott; ogottogott
Oh!
oha
oho
ojemine
nanu
tada
uh
ui
ups

Schmerzen

Interjektion
aua
autsch

Unsicherheit

Interjektion
Bitte?
hm?

Enttäuschung

Interjektion
ach
boah
Mannomann
Mensch
Mist
na toll
oje
verdammt

Ekel

Interjektion
bah
bäh
ieh
igitt, igittigitt
ih
pah
pfui

Erleichterung

Interjektion
puh

Unverständnis/Infragestellen

Interjektion
bitte?
dz dz
hä?
nanu
tatsächlich?
wie bitte?

Inflektive

Inflektive wurden in Comics erfunden und in Internet-Chats weiterverbreitet. Bei Inflektiven handelt es sich um unflektierte Verben: Die Flexionsverbendungen wurden einfach weggelassen.

Interjektion Bedeutung
ächz ächzen, körperliche Betätigung
blubb blubbern: Geräusch platzender Blasen
bums bumsen: gegen etwas laufen, mit etwas zusammenstoßen
dröhn dröhnen
furz furzen: lautes Entweichen von Gasen aus dem Darm
gähn gähnen, Langeweile
glitsch glitschen
heul weinen, auch vor Lachen
klatsch klatschen
klopf klopfen
knirsch knirschen, auch vor Wut
knurr knurren
knutsch knutschen, küssen, Zuneigung
kotz kotzen, sich übergeben, Ekel
krach krachen, Krach machen
kreisch kreischen, vor Freude oder Wut
latsch, latsch latschen, schwerfällig oder schlurfend gehen
pick picken (etwa beim Vogel)
poch pochen (etwa an der Tür)
rassel rasseln
rums rumsen: bei einem Aufprall ein dumfes Geräusch machen
rülps rülspen: laut aufstoßen
schlapp, schlapp schlappen, schlurfend gehen
schlurf schlurfend gehen
schlürf schlürfen
schnarch schnarchen, schlafen oder Langeweile
schnaub schnauben, vor Verachtung oder Tier
schnipp schnippen, etw. abschneiden
seufz seufzen, Sehnsucht, Trauer, Bereuen
spritz spritzen
stöhn stöhnen
würg würgen, Ekel
wieher wiehern (Pferdelaut, Lachen)
zirp zirpen, Vogel oder mit hoher Stimme sprechen
zisch zischen, Getränke oder schnelle Fortbewegung

Onomatopoetika (Lautnachmachung)

Menschliche Geräusche

Interjektion Bedeutung
hatschi Niesen
hatzi Niesen

Tierlaute

Interjektion Tier
blubb, blubb Fisch
iah Esel
mäh Schaf
miau Katze
muh Kuh
piep Vogel
roar Dino
wauwau / wuff Hund
wieher Pferd (aber auch Lachen)

Mechanische Geräusche

Interjektion Bedeutung
bums Zusammenstoß
drrr
ratatatat Motor
rums dumpfer Aufprall
tock, tock Klopfen
wusch schnelle, plötzliche Bewegung

Explosionen

Interjektion
boing
klabumm
pardauz
peng
puff

Schritte

Interjektion
hopp (Sprünge)
tapp, tapp (leichte Schritte, meist barfuß)
schlurf (schleifend)

Musik

Interjektion
ding-dong

Satzzeichen bei Interjektionen

In der Regel befinden sich Interjektionen außerhalb der normalen Satzstruktur. Sie dienen als Einleitung, Einschub oder Ergänzung zum eigentlich Gesagten. In solchen Fällen werden Ausrufewörter deutlich von den restlichen Satzgliedern mit Satzzeichen abgetrennt: mit Kommas, Gedankenstrichen, Klammern, oft auch mit Punkten, Frage- oder Ausrufezeichen. Beispiele:

  • Aua! Das tat weh.
  • Die Klingel machte: ding-dong.
  • Hallo, schön, dass du da bist.
  • Wow, da staunten wir alle.
  • Der Vogel sprang von Ast zu Ast – hopp, hopp –, pickte an dem Apfel – pick, pick – und flog dann weg – zisch.
  • Hä? Was war das denn bitte?
  • Da war jemand an der Tür (klopf, klopf). Ich musste schnell weg (tapp, tapp).

Möglich ist jedoch auch die Ersetzung oder Verstärkung von Satzgliedern mit Interjektionspartikeln. In diesem Fall sind die Interjektionen in den Satz fest integriert und stehen ohne abgrenzende Satzzeichen. Beim Sprechen erkennen wir das oft dadurch, dass wir keine Pause vor und nach der Interjektion machen. Beispiele:

  • Dein ach so freundlicher Nachbar nervt.
  • O wie glücklich ich bin!
  • Diesen igitt so verdreckten Raum betrete ich nicht.

Deine Kreativität ist gefragt

Bisher wurden die mehr oder weniger etablierten Ausrufewörter und ihre Schreibweisen aufgelistet. Interjektionen leben jedoch von Kreativität und Spontaneität. Dementsprechend sind Abwandlungen und auch völlig neue Bildungen möglich. Hier ein paar Beispiele:

  • Verlängerung etablierter Interjektionen durch Wiederholung: igitt, igittigitt, igittigittigitt; hui, huiuiui
  • Dehnung: aaaaaah, ohhhhhh, hmmmmm
  • Erfindung eigener Interjektionen: Der Motor sprang nicht an und machte: krrrbrrrkrrr.

Ein Aufschlaggeräusch ist hinter der Tür zu hören. Die Katze ist so schockiert, dass sie anfängt, in menschlicher Sprache zu reden. KI-generiert.

(Das Bild beweist, dass auch Katzen Deutsch können. KI-generiert.)

Quellen

19.11.2025, zuletzt aktualisiert am 16.02.2026

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Kommentar von Christine Wegen |

Laut amtlicher Regelung wird „ach ja“ nicht zusammengeschrieben. „Ach nee“ dann vermutlich auch nicht.

Kommentar von Lektorat Unker |

Danke, Christine! Diesen und ein paar weitere Tippfehler haben wir behoben. :-) Gruß von Evgenij

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