Dieses Lexikon erklärt Begriffe zu den Themengebieten Wirtschaft, Finanzen, Geld, Börse.

Es handelt sich bei den Erklärungen grundsätzlich nicht um eine juristische, steuerliche, wirtschaftliche, versicherungstechnische Beratung und natürlich auch nicht um eine Anlageberatung. Lass dich unbedingt in allen juristischen, steuerlichen, wirtschaftlichen, Anlage- und Versicherungsfragen von einem kompetenten Berater beraten.

Wichtig: Ein Berater berät dich unabhängig und in deinem Sinne und du bezahlst ihn direkt für eine Beratung. Ein Makler bekommt Provisionen (oder ein festes Gehalt) dafür, dass er dir Produkte verkauft. Dein „Kundenberater“ in deiner Hausbank ist in Wirklichkeit also ein Makler. Er kann dich nicht unabhängig und in deinem Sinne beraten.

Die Begriffsliste wird laufend erweitert. Gelegentliches Vorbeischauen lohnt sich also.

Wir freuen uns auch über Korrektur-Hinweise, Anregungen und Ergänzungen. Schreib uns dazu einfach einen Kommentar am Ende der Seite.

Klicke auf einen der Buchstaben, um schneller den von dir gesuchten Eintrag zu finden:

Erklärung der Symbole

A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

Quellen

Erklärung der Symbole

→ Verweis auf einen anderen Eintrag des Lexikons

A

All-pay-Auktion, die: Form der Versteigerung (Auktion), bei der nicht der Höchstbietende am Ende des gesamten Betrag bezahlt, sondern jeder Bieter bei jedem Gebot bezahlen muss: entweder die Differenz zum vorherigen Gebot (→ amerikanische Versteigerung) oder einen anderen vorher festgelegten Betrag (wie etwa bei der Pennyauktion).

Adressenausfallrisiko, das: → Delkredererisiko

amerikanische Versteigerung, die: eine Form der Versteigerung (Auktion), bei der nicht der Meistbietende den Gesamtbetrag bezahlt, sondern jeder Bieter den Differenzbetrag zum vorherigen Gebot bezahlen muss. Diese Form der Versteigerung wird gelegentlich bei wohltätigen Auktionen gewählt.

Aufmerksamkeitsökonomie, auch Ökonomie der Aufmerksamkeit, die: ein Wirtschaftssystem bzw. ein Modell eines solches Systems, bei dem Aufmerksamkeit als knappes und umkämpftes Gut aufgefasst wird. Je höher die Informationsflut (in klassischen Medien, in sozialen Medien, im Internet etc.) wird, desto schwieriger wird es demnach für wirtschaftliche (aber auch für alle anderen) Akteure, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen. Das erklärt etwa, warum die Online-Werbung immer teurer wird. Der Begriff geht wohl auf das Buch „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ vom Stadtplaner Georg Franck 1998 zurück, die Idee ist aber deutlich älter.

Ausfallrisiko, das: → Delkredererisiko

B

Bundesverband der Versicherungsberater e.V., der, kurz BVVB: vereinigt achtzig unabhängige, provisionslos arbeitende → Versicherungsberater. Auf der Website heißt es: „Alle Mitglieder beim BVVB müssen sich eindeutig zur neutralen, unabhängigen Beratung bekennen und ohne Verkaufs- oder Vermittlungsabsicht agieren. Die erfolgsabhängige Vermittlung, bei der eine Vergütung in Abhängigkeit von der Versicherungswirtschaft gezahlt wird, lehnt der BVVB für seine Mitglieder ab und garantiert dadurch bei seinen Mitgliedern eine faire Beratung in allen Versicherungsfragen im Kundeninteresse.“ (Stand 03.09.2025)

С

Chicagoer Schule, die: in den 1940er Jahren an der Chicago-Universität entstandene Richtung des → Liberalismus, die besonders stark auf die Entfaltung des freien Marktes setzt und sich gegen jegliche Einmischung durch den Staat ausspricht. Prominente Vertreter sind etwa George Joseph Stigler und Milton Friedman.

Crowddonating, auch: Crowdonation, das: engl. crowd ‚Menschenmenge‘ und donation bzw. donating ‚Spenden‘. Eine Form des → Crowdfundings, bei der die Geldgeber keine Gegenleistung erhalten und damit als Spender fungieren. Schwarmspende.

Crowdfinanzierung, die: → Crowdfunding

Crowdfunding, das: engl. crowd ‚Menschenmenge‘ und funding ‚Finanzierung‘. Eine Art der Geldbeschaffung aus unterschiedlichen, kleineren Quellen, meist von privaten Kapitalgebern. Der Begriff wurde von Jeff Howe eingeführt. Heute erfolgt das Crowdfunding vornehmlich digital über das Internet. Formen: → Crowdsupporting, → Crowddonating, → Crowdlending, → Crowdinvesting. Synonyme: Schwarmfinanzierung, Crowdfinanzierung, Gruppenfinanzierung, Subskription.

Crowdinvesting, das: engl. crowd ‚Menschenmenge‘ und investing ‚investieren‘. Eine Form des → Crowdfundings, bei der die Geldgeber eine Beteiligung an dem finanzierten Projekt/Unternehmen erhalten (oft zeitlich beschränkt). Schwarminvestieren.

Crowdlending, das: engl. crowd ‚Menschenmenge‘ und lending ‚leihen‘. Eine Form des → Crowdfundings, bei der die Geldgeber das Geld (meist mit Zinsen) zurückbekommen (sollen). Schwarmdarlehen.

Crowdsourcing, das: engl. crowd ‚Menschenmenge‘ und sourcing ‚Beschaffung‘. Ein von Jeff Howe eingeführter Begriff für das Aufteilen von Aufgaben auf viele freiwillige Helfer, insbesondere über das Internet. Synonyme: Crowdworking, Schwarmauslagerung.

Crowdsupporting, das: engl. crowd ‚Menschenmenge‘ und supporting ‚Unterstützung‘. Eine Form des → Crowdfundings, bei der die Geldgeber eine nicht-finanzielle Gegenleistung erhalten (kostenlose Karten, Werbung etc.).

Crowdworking, das: → Crowdsourcing.

D

Debitor, der (Buchhaltung, Bankwesen): Schuldner, der Waren von einem Lieferanten auf Kredit erhält.

Debitorenrisiko, das: → Delkredererisiko

Delkredererisiko, das: das Risiko, dass der Schuldner (etwa der Käufer bei einem Kaufvertrag) die vereinbarte Summe nicht oder nicht fristgerecht bezahlt und ggf. weitere Forderungen aus dem geschlossenen Vertrag nicht bezahlen kann (etwa Schadensersatzforderungen oder Verzugszinsen). Synonyme: Debitorenrisiko, Zahlungsausfallrisiko, Inkassorisiko, Forderungsausfallrisiko, Adressenausfallrisiko, Ausfallrisiko.

E

ETF, der: engl. exchange-traded fund ‚börsengehandelter Fonds‘.

F

Factor, der: → Factoring

Factoring, das: engl. factor ‚Agent, Vertreter‘; lat. factor ‚Verfertiger, Macher‘; lat. factura ‚Rechnung‘. Verkauf von Geldforderungen gegen eine Gebühr. Ziel ist vor allem, die → Liquidität zu steigern. Der Forderungsinhaber (→ Kreditor) erhält das Geld in der Regel zeitnah nach Rechnungsstellung vom Factor (Rechnungskäufer). Der Rechnungsempfänger (→ Debitor) kann aber innerhalb der üblichen bzw. vereinbarten (in der Regel längeren) Fristen bezahlen. Als Factor fungieren oft Banken oder darauf spezialisierte Factoring-Unternehmen. Man unterscheidet zwei Arten vom Factoring: 1. Beim echten Factoring trägt der Factor das Forderungsausfallrisiko (→ Delkredererisiko), also das Risiko, dass der Schuldner nicht zahlt. 2. Beim unechten Factoring bezahlt der Factor dem Kreditor (dem Factoring-Kunden) lediglich einen Vorschuss auf die erwartete Zahlung, der im Nichtzahlungsfall zurückerstattet werden muss. Das Ausfallrisiko trägt weiterhin der Kreditor.

Finanzierungsleasing, die: → Leasing

Forderungsausfallrisiko, das: → Delkredererisiko

G

GKV, die: gesetzliche Krankenversicherung.

Gruppenfinanzierung, die: → Crowdfunding

H

[in Arbeit]

I

Inkassorisiko, das: → Delkredererisiko

J

[in Arbeit]

K

Kreditor, der, in Österreich: Kreditor, der: Gläubiger. Jemand, dem ein anderer Geld schuldet.

KSK, die: Künstlersozialkasse.

L

Leasing, das: engl. leasing. Gebrauchsüberlassung gegen Entgelt (meist mit Kaufoption nach Ablauf einer festgelegten Zeit). Geleast werden oft Fahrzeuge, Industrie-, Bau- und Büromaschinen, technische und IT-Anlagen, medizinische Geräte, Möbel usw. Der Leasingnehmer erhält den geleasten Gegenstand zum Gebrauch, der Leasinggeber überlässt den geleasten Gegenstand zum Gebrauch. Wesentliche Vorteile für den Leasingnehmer: Finanzierung durch Fremdkapital, höhere eigene → Liquidität, mehr Flexibilität bei der Planung, Steuerersparnis bzw. -optimierung, oft Reduzierung der Wartungskosten und des Ausfallrisikos des Gegenstands, Vermeidung komplizierter und langwieriger Abschreibungen. Man unterscheidet mehrere Leasingarten:

  1. Finanzierungsleasing: Der Leasingnehmer finanziert mit seinen Raten den Gegenstand komplett (Vollamortisation) oder zu einem großen Teil (Teilamortisation). Der Leasingnehmer übernimmt in der Regel die Wartungskosten. Diese Art von Leasingverträgen sind unkündbar und ähneln der Zahlung auf Raten.
  2. Operatives Leasing: Hierbei garantiert der Leasinggeber dem Leasingnehmer die vereinbarte Einsatzbereitschaft des geleasten Gegenstand. Solche Verträge sind jederzeit oder nach einer vereinbarten Mindestvertragslaufzeit kündbar. Hierbei decken die Leasing auch alle eventuell anfallenden Wartungskosten.

Liberalismus, der:

liquid, auch: liquide: Adjektiv zu → Liquidität. 1. zahlungsfähig; 2. schnell verfügbar (von Zahlungsmitteln).

Liquidität, die: lat. liquidus ‚flüssig‘. 1. Zahlungsfähigkeit: die Fähigkeit, alle nötigen Zahlungen fristgerecht vorzunehmen 2. flüssige (→ liquide) Mittel (Bargeld, Bankguthaben etc.); Mittel, mit denen schnell bezahlt werden kann.

M

Makler, der: ein Vermittler zwischen Anbietern und Endkunden, der → Provisionen oder ein festes Gehalt für erfolgreiche Vertragsabschlüsse bekommt. Es ist also ein Verkäufer auf Provisionsbasis und bekommt Geld dafür, wenn du über ihn etwas kaufst oder einen anderen Vertrag abschließt, etwa eine Versicherung. Selbst wenn ein Makler sich so sehr um Objektivität bemüht ist, ist sein Angebot in der Regel auf seine Kooperationspartner und/oder auf die Produkte seines Arbeit-/Auftraggebers beschränkt.

N

[in Arbeit]

O

operatives Leasing, das: → Leasing

P

PKV, die: private Krankenversicherung.

Provision, die: eine Vergütung für die Vermittlung eines Vertragsabschlusses. Eine Provision wird meist als prozentuale Beteiligung am Umsatz berechnet. Wer das Geschäft vermittelt, ist ein → Makler. Synonyme: Vermittlungsgebühr, Vermittlungsprämie. Auch Lektorat Unker zahlt Provisionen für erfolgreiche Weiterempfehlungen der Lektorenausbildung.

Q

[in Arbeit]

R

[in Arbeit]

S

Schwarmauslagerung, die: → Crowdsourcing.

Schwarmfinanzierung, die: → Crowdfunding

Subskription, die: → Crowdfunding

Steuergestaltung, die: legale Maßnahmen zur Vermeidung der Steuerzahlungspflicht, Reduzierung der Steuerlast, Verschiebung der Steuerzahlungspflichten auf einen späteren Zeitpunkt und Beschleunigung der Steuerrückerstattungen. Nur wenige Steuerberater kennen sich mit S. aus. In der klassischen Steuerberaterausbildung wird S. nur am Rande gelehrt. Synonym: Steueroptimierung.

Steueroptimierung, die: → Steuergestaltung

T

Teilamortisation, die: → Leasing

U

[in Arbeit]

V

Vermittlungsgebühr, die: → Provision

Vermittlungsprämie, die: → Provision

Versicherungsberater, der: ein Berater in Versicherungsfragen. Im Gegensatz zu einem → Versicherungsmakler wird der V. von demjenigen bezahlt, den er berät (in der Regel pro Stunde). So kann der V. dich unabhängig und in deinem Sinne beraten. Er bekommt keine Provisionen von Versicherungsgesellschaften und sein Honorar hängt nicht davon ab, ob du einen Versicherungsvertrag abschließt oder nicht. Die Berufsbezeichnung V. ist geschützt. Sich so nennen darf nur, wer eine offizielle Zulassung nach § 34d Abs. 2 Gewerbeordnung besitzt. Einen sicher provisionslos und unabhängig arbeitenden Versicherungsberater findest du beim → Bundesverband der Versicherungsberater e.V.

Versicherungsmakler, der: ein → Makler, der Versicherungsgesellschaften hilft, Versicherungen zu verkaufen und dafür von den Versicherungsgesellschaften bezahlt wird (→ Provision). So kann der V. in der Regel dich nicht neutral beraten und neigt dazu, dir teurere und unnötige Versicherungen zu empfehlen. Er hat auch einen Anreiz, dir zum häufigen Versicherungswechsel zu raten, da er auch dafür Provisionen erhält. Die bessere Wahl ist in der Regel der provisionslos beratende → Versicherungsberater.

Vollamortisation, die: → Leasing

W

[in Arbeit]

X

[in Arbeit]

Y

[in Arbeit]

Z

Zahlungsausfallrisiko, das: → Delkredererisiko

Quellen

In Klammern steht jeweils das Jahr der Erstveröffentlichung (bei Übersetzungen: des Originals) und, mit Schrägstrich getrennt, das Jahr der hier benutzten Ausgabe.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanische_Versteigerung
  • https://de.wikipedia.org/wiki/All-pay-Auktion

Weiterführende Links

  • BVVB - Bundesverband der Versicherungsberater e.V. – für eine unabhängige Beratung in Versicherungsfragen in deinem Sinne
    https://www.bvvb.de/

Evgenij Unker
08.09.2026

Das könnte für dich ebenfalls spannend sein

Hinterlasse einen Kommentar

Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Lexikon?

Schreib uns dazu bitte einen Kommentar. Dein Beitrag erscheint nach Prüfung durch einen Moderator.

Wenn dir der Artikel gefällt, verlinke ihn bitte auf deiner Website oder teile den Link in Social Media. Danke!

  • drucken