Dieses Lexikon erklärt Begriffe zu den Themengebieten Bücher, Lektorat, Schreiben.

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Erklärung der Symbole

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Quellen

Erklärung der Symbole

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A

Abbreviatur, die: Abkürzung; aus Platz- oder Zeitgründen werden einzelne Buchstaben, Worte oder Wortgruppen abgekürzt, besondere Abkürzungen bspw. in wissenschaftlichen Arbeiten erfordern ein Abkürzungsverzeichnis.

Abdruckrecht, das: Teil des Vervielfältigungsrechts, der besagt, dass wenn ein Dritter Texte abdrucken will, es einer Vereinbarung mit dem Originalverleger bedarf.

Abpressen, das: bezeichnet in der Buchbinderei die Herstellung des Abpresspfalzes am →Buchblock zur Einsetzung der →Buchdeckel.

Almanach, der: ursprüngliche Bezeichnung für ein Jahrbuch mit Kalendarium und anderen astronomischen Ereignissen im Jahresablauf; mittlerweile auch für andere Themengebiete gebraucht, aber immer ein Kalendarium beigefügt.

Anhang, der: hier werden Verzeichnisse, Register, Anmerkungen usw. am Ende eines Buches gesammelt, meist bei wissenschaftlichen Büchern oder Fachbüchern.

Annotation, die: kurze, sachliche Charakterisierung eines Buches für bibliothekarische Zwecke.

Antiqua, die: auch runde Schrift genannt, der Gegenentwurf zur →Fraktur, also der →gebrochenen Schriftart; heute erscheinen fast alle Bücher in der Antiqua.

Antiquarische Bücher, die: alte, gebrauchte Bücher.

Approbation, die: Druckerlaubnis der katholischen Kirche.

Archiv, das: ursprünglich die Bezeichnung für Urkundensammlungen, mittlerweile eine Institution oder Organisation, die zum jeweiligen Schwerpunktthema Archivgut (hauptsächlich Unikate) sammelt, benutzbar macht und erhält.

Archivbibliothek, die: Bibliotheken mit der Aufgabe, ihre Bestände dauerhaft zu archivieren; im Unterschied zum →Archiv werden veröffentlichte Werke gesammelt.

Artothek, die: Kunstsammlung, die ihre Kunst verleiht.

Auflage, die: vielfältiger Begriff mit unterschiedlichen Definitionen:

  1. Anzahl der in einem Druckvorgang hergestellten Exemplare.
  2. Als editorischer Begriff, bspw. bei einem wissenschaftlichen Werk, wo eine neue Auflage in der Regel Änderungen enthält.
  3. Veraltete Zählung: 1000 Exemplare.
  4. Vertragliche Anzahl der Bücher, zu deren Herstellung sich der Verleger verpflichtet.
  5. Angenommene Auflage zur Kostenkalkulation, die eher kalkulatorischer Art ist und nicht unbedingt produziert wird.

Ausschießen, das: das richtige Anordnen des Satzes der Seiten vor Druckbeginn, damit sie im gedruckten und gefalzten →Bogen in der richtigen Reihenfolge stehen.

Ausschuss, der: fehlerhaftes Produkt mit nicht tolerierbaren Mängeln.

Auszeichnung, die: Hervorheben einzelner Wörter im Text, unterschieden wird zwischen:

  1. Aktive Auszeichnung: Hervorhebung durch einen deutlich kräftigeren Schnitt der Grundschrift, die auf den ersten Blick erkennbar ist.
  2. Integrierte Auszeichnung: Hervorhebung durch einen →Schriftschnitt der gleichen Stärke, bspw. kursiv oder →Kapitälchen.
  3. Negative Auszeichnung: relativ selten, bei einer fetten Grundschrift wird ein magerer →Schriftschnitt zur Hervorhebung gewählt.

Autorenverlag, der: Unternehmen, das von Autoren gegründet wird, um ihre Werke ohne einen Verleger zu veröffentlichen.

B

Backlist, die: Liste der älteren Bücher eines →Verlages.

Band, der: wird häufig als Synonym für „Buch“ verwendet, bezeichnet aber eigentlich einen Teil eines Werkes in mehreren Teilen.

Barsortiment, das: Form des →Zwischenbuchhandels, die Unternehmen verkaufen als Großhandel Bücher und buchnahe Produkte.

Belegexemplar, das: ein oder mehr Exemplare für den Verfasser eines Werkes zur Anschauung und Mängelprüfung.

Belletristik, die: Sammelbegriff für fiktionale Literatur unterhaltenden Charakters.

Bestseller, der: Bezeichnung für ein Buch mit überdurchschnittlichem Verkauf, aber eher über kurze Zeit, nicht wie bei →Longsellern oder →Steadysellern.

Bibliochrom, der: Buch mit verschiedenfarbigem Papier.

Bibliognosie, die: Bücherkenntnis, Bücherkunde.

Bibliographie, die: Bücher- und Literaturverzeichnis.

Biblioklast, der: Bücherzerstörer, bspw. Sammler, die andere Exemplare eines Werkes vernichten, um den Wert der verbliebenen zu erhöhen.

Bibliolatrie, die: übertriebene oder abergläubische Verehrung von Büchern.

Bibliomanie, die: Bücherwahn, krankhafte Bücherliebe.

Bibliomantik, die: Wahrsagen aus zufällig aufgeschlagenen Stellen eines Buches (meist der Bibel).

Bibliophagie, die: Zwang, Bücher zu essen.

Bibliophile, der: Sammler meist besonders ausgestatteter oder wertvoller Bücher.

Bibliophobie, die: Angst vor Büchern.

Blatt, das: ein nicht geknicktes, glattes Stück Papier, im Buch die kleinste greifbare Einheit mit zwei Seiten.

Bleisatz, der: Buchsatz mit metallischen →Lettern oder Setzmaschinen.

Blockbuch, das: von Holztafeln per Hand im Reibedruckverfahren hergestellte Doppelblätter, die zu →Lagen mit maximal 40 Seiten zusammengebunden wurden, ca. bis Ende des 15. Jahrhunderts.

Bogen, der: in der Buchherstellung meist als Abkürzung für →Druckbogen verwendet, eigentlich ein ein Mal gefalztes →Blatt.

Bordüre, die: Randleiste oder Randverzierung in einem Buch.

Broschur, die: ein- oder mehrlagiges Produkt ohne →Buchdeckel.

Buchblock, der: Gesamtheit der Papierblätter eines Buches ohne die →Buchdeckel.

Buchclub, der: Sonderform des Einzelbuchhandels, die auf Mitgliedschaft basiert; meistens können nur Mitglieder die dort erscheinenden Bücher erwerben, häufig sind die Bücher besonders schöne Sonderausgaben.

Buchdecke, die: der Teil des Buches, der sich um den →Buchblock fügt, unabhängig von dessen Beschaffenheit.

Buchdeckel, der: die beiden Tafeln, die den →Buchblock vorne und hinten umschließen und meist mit Stoff überzogen sind.

Buchdruck, der: das von Gutenberg erfundene →Hochdruckverfahren mit beweglichen →Lettern, zwar wurden vorher bereits →Blockbücher gedruckt, neu war hier die Möglichkeit, jede Seite individuell zu erstellen und dann zu reproduzieren.

Bucheinband, der: die äußere Buchhülle, die aus den beiden →Buchdeckeln sowie dem →Buchrücken besteht.

Buchfutteral, das: Behälter, in den das Buch zum Schutz eingelegt oder eingesteckt wird.

Buchhülse, die: schlauchartige Papierhülse, die zur Stabilität am Rückenteil der →Buchdecke und am Rücken des →Buchblocks festgeleimt wird.

Buchmalerei, die: handgemalte Verzierungen und Bilder, vor allem in Handschriften.

Buchmesse, die: Handelsmesse für alles rund um das Buch.

Buchpreisbindung, die: der vom Verlag vorgegebene, frei gewählte Preis muss in allen Geschäften gleich sein.

Buchrücken, der: Teil des Buches an dem der →Buchblock bzw. die →Bogen zusammengeheftet sind, er verbindet die beiden →Buchdeckel.

Buchschließen, die: Haken, die meist an den Vorderkanten der →Buchdeckel befestigt waren, um Eindringen von Staub oder ein Aufquellen der Seiten zu verhindern und Papier oder →Pergament zu bewahren, mit Aufkommen der aufrechten Aufbewahrung von Büchern wurden diese meistens entfernt.

Buchschnitt, der: die drei offenen Kanten eines →Buchblocks.

Bünde, die: Bänder oder Schnüre, die quer über den →Buchrücken laufen und die einzelnen →Lagen oder →Bogen zusammenhalten.

Bundsteg, der: unbedruckter innerer Rand einer Buchseite zwischen →Satzspiegel und Blattrand.

Büttenpapier, das: handgeschöpftes Papier.

С

Chalkografen, die: Bücher, die vollständig in Kupfer gestochen sind (besonders beliebt im 18. Jahrhundert).

Chronogramm, das: zur Verschlüsselung des Erscheinungsjahres in der Widmung oder Sinnspruch etc. hervorgehobene römische Ziffern.

Cicero, der: Schriftgrad von 12 Punkt →Kegelstärke.

Clarendon, die: Linear-→Antiqua Schrift, die sich durch kräftige →Serifen, runde Serifenübergänge sowie eine wechselnde →Strichstärke auszeichnet.

Codex, der: in Bezug auf die Form der unmittelbare Vorläufer unserer heutigen bekannten Buchform, erste Belege für Codices aus →Pergament sind bereits im 2. Jahrhundert in Ägypten nachweisbar.

Coffeetable-Book, das: großformatige, bebilderte Bücher, auch als „Prachtband“ bekannt.

Crayonmanier, die: →Tiefdruckverfahren, bei dem wie beim →Kupferstich eine Kupferplatte mit einer Deckschicht versehen und diese dann mit mehreren Spitzen aufgerissen wird, heute kaum mehr verwendet.

D

Deckungsauflage, die: Anzahl der Bücher, die verkauft werden muss, um die Kosten zu decken.

Dehnrichtung, die: verläuft quer zur →Laufrichtung eines Papiers.

Deutsche Nationalbibliothek, die: Standorte in Leipzig und Frankfurt mit dem Auftrag, bestimmte Publikationen zu sammeln, unbefristet aufzubewahren, bibliographisch zu erschließen und öffentlich zugänglich zu machen.

Dickte, die: Breite eines Buchstabens mit Abstand nach und vor der →Letter.

Didot-Punkt, der: historisches Grundmaß für Schriftgrößen im →Bleisatz.

Druckbogen, der: ein- oder zweiseitig bedruckter →Bogen, wie er aus der Druckmaschine kommt.

Druckkostenzuschussverlag, der: Unternehmen, das von den Autoren Geld verlangt, um deren Werke zu veröffentlichen, im Gegensatz zum →Verlag, der Autoren dafür bezahlt.

Drucklegung, die: die gesamten technischen Arbeiten an einem Buch bis zur Ablieferung des fertig gedruckten Rohmaterials.

Dubletten, die: doppelt vorhandene Bücher in einer Bibliothek.

Durchschossenes Buch, das: Buch, zwischen dessen bedruckten Seiten leere →Blätter für eigene Notizen eingefügt sind.

Durchschuss, der: wenn der Zeilenabstand größer als der →Schriftkegel ist.

E

E-Book, das: kurz für Electronic Book, einerseits Bezeichnung für die digitalisierte Form von Inhalten, aber auch für ein Lesegerät im Buchformat.

Egyptienne, die: alte Bezeichnung für serifenbetonte →Antiqua-Schriften.

Einband, der: Kurzform für →Bucheinband.

Einbandverzierung, die: schmückende Elemente auf dem →Einband eines Buches.

Einblattdruck, der: einseitig bedruckte →Blätter mit abgeschlossenem Text, bspw. Flyer.

Einhängen, das: Einkleben des gehefteten und beschnittenen →Buchblocks in die →Buchdecke.

Einzug, der: der freie Raum am Anfang einer →Zeile, um einen neuen Absatz zu markieren.

Ephemera, die: Sammelbegriff für kleinere Schriftstücke des Alltagsgebrauch, meist mit sehr kurzer Lebenszeit (zum Beispiel Notizzettel, Fahrkarten etc.).

Epigrafik, die: Lehre von Inschriften.

Erstausgabe, die: erste →Ausgabe eines Buches, die im Buchhandel erschienen ist.

Eselsohr, das: umgebogene Blattecke im Buch (meist durch den Leser).

Exlibris, das: kleines →Blatt Papier, das als Besitzanzeige auf die Innenseite des vorderen →Buchdeckels geklebt wird, meist mit Wappen oder Zeichnungen; alte Exlibri sind beliebte Sammlerobjekte.

Explicit, das: Einleitungswort für die Schlussformel in mittelalterlichen Handschriften und Frühdrucken.

F

Fadenbindung, die: Buchbindung, bei denen die →Lagen mit einem Faden zusammengenäht werden.

Fadenheftung, die: Verbindung der einzelnen →Lagen oder →Bogen in sich und untereinander zum →Buchblock mittels Faden.

Fahnenkorrektur, die: erste Korrektur des gesetzten →Manuskripts, das der Autor im Korrekturprozess erhält, Streichungen und Einfügungen sind in dieser Version noch im größeren Umfang möglich.

Faksimile, das: Wiedergabe eines Originalbildes, einer Handschrift oder eines Buches mit allen Eigenarten wie Verschmutzungen etc.

Falz, die: Bezeichnung für:

  1. Jeden scharfe Knick oder Bruch an einem Werkstoff.
  2. In der Buchbinderei auch ein einzelner geknickter Werkstoffstreifen.

Farbschnitt, der: farbiger →Buchschnitt.

Fazetien, die: Erzählungen, meist mit satirisch-ironischem Inhalt.

Fernleihe, die: Bibliotheksdienst, bei dem Medien aus anderen Bibliotheken für den Nutzer entliehen werden.

Festschrift, die: zu Jubiläen erscheinende Werke, in denen meist ein Abriss über den Jubilar enthalten ist.

Fibel, die: erstes Schulbuch, mit dem Kinder Lesen und Schreiben vermittelt wird.

Filete, die: wiegemesserförmiges und mit einem Griff versehenes Werkzeug des Buchbinders zur Verzierung der →Bucheinbände.

Flachdruck, der: Sammelbegriff von Drucktechniken, bei denen die druckenden und nicht-druckenden Teile der Druckform auf einer Ebene liegen.

Flattermarke, die: eine häufig am Rücken des gefalzten →Druckbogens aufgebrachte Markierung, deren Stellung von →Bogen zu Bogen wechselt, sodass am Rücken des →Buchblocks überprüft werden kann, dass die Bogen in der richtigen Reihenfolge sind.

Flattersatz, der: Schriftsatz mit bewusst herbeigeführten ungleichmäßig langen →Zeilen.

Flexodruck, der: →Hochdruckverfahren mit flexiblen Druckformen und dünnflüssiger Farbe.

Fließtext, der: der in einem Buch fortlaufende Text ohne Überschriften, →Fußnoten etc.

Flugblatt, das: einseitig bedrucktes →Blatt.

Fortsetzungsroman, der: Werk, das in mehreren Teilen nacheinander erscheint.

Fraktur, die: →gebrochene Schriftart, im Gegensatz zur →Antiqua.

Freihandausleihe, die: Benutzer der Bibliothek können selber an die Regale gehen, um die Bücher zur Ausleihe zu entnehmen.

Frontispiz, das: bei alten Büchern der →Holzschnitt, der das →Titelblatt verziert.

Fußnote, die: Anmerkung am Ende der Seite in kleiner →Schrift, meist zur näheren Erklärung der Textstelle oder als Quellenangabe.

G

Gautschen, das: bei handgeschöpftem Papier der Vorgang des Entwässerns des Papiers.

Gebrochene Schrift, die: wird wegen ihrer gebrochenen Form so genannt, heute als →Fraktur bekannt.

Gebundenes Buch, das: jedes Buch mit festem →Einband, egal ob aus Pappe, Leinen etc.

Gemeinfreie Werke, die: Werke, bei denen die →Schutzfrist abgelaufen ist und von jeder Person herausgegeben werden können.

Germanica, die: im Ausland erscheinende Bücher und Schriften über Deutschland.

Gestehungskosten, die: Kosten, die bis zum Endprodukt in der Buchherstellung entstehen, inklusive Lektorat, Layout etc.

Gestürzte Zeile, die: →Zeile, die in einer 90° Drehung eingesetzt wird.

Ghostwriter, der: Autor, der im Auftrag und im Namen einer anderen Person Texte verfasst, ohne dass der eigene Name als Verfasser genannt wird.

Glosse, die: im Altertum die Bezeichnung für ein schwer verständliches Wort, das einer Erklärung bedarf, seit dem Mittelalter ist damit die Erklärung selbst gemeint.

Goldschnitt, der: mit Gold oder Blattgold belegte Schnitt des Buches (ähnlich wie →Farbschnitt, aber mit Gold).

Graue Literatur, die: Sammelbegriff für Privatdrucke, Firmenschriften und ähnliches, das nicht in einer →Bibliographie verzeichnet ist und somit auch für Bibliothekare oder Buchhändler schwer zu beschaffen ist.

Guillemets, die: Französische Anführungszeichen (>>,<<), auch Möwchen genannt.

H

Haarstrich, der: sehr feine Linie.

Handbibliothek, die: Auswahl von Büchern, die für den Benutzer von großer Wichtigkeit sind, in Bibliotheken meist Sammlungen zu bestimmten Wissensbereichen.

Handsatz, der: traditionelles Verfahren im →Buchdruck, bei dem einzelne bewegliche Buchstaben (→Lettern) von Hand aus einem Setzkasten zusammengesetzt werden.

Herausgeber, der/die: geistige(r) Leiter bei Sammelwerken.

Hochdruck, der: Druckverfahren, bei dem die zu druckenden Teile erhaben sind.

Hochformat, das: Format, in dem die Breite schmaler als die Höhe ist.

Hochzeit, die: irrtümlich durch einen Setzer doppelt gesetzte Wörter.

Hofbibliothek, die: Bibliothek im unmittelbaren Zusammenhang mit einer fürstlichen Residenz.

Hofbuchdruckerei, die: Druckerei, die in Auftrag eines Fürsten amtliche Druckschriften für diesen herstellte.

Hohlschnitt, der: nach innen gerundeter Vorderschnitt eines Buches, nur bei Büchern mit rundem Rücken möglich.

Holzschliff, der: Papierrohstoff, der durch das Zerreiben von großer, entrindeter Holzstücke entsteht.

Holzschnitt, der: →Hochdruckverfahren, bei dem ein erhabenes Motiv aus einer Holzplatte geschnitten und auf Papier übertragen wird.

Holzstich, der: eine Zeichnung wird mit dem Sichel in ein Stück Holz gestochen, diese kann dann durch ein Abreibeverfahren abgedruckt werden.

Hurenkind, das: letzte, nicht ganz gefüllte →Zeile eines Absatzes am Anfang einer Seite.

I

Ikonografie, die: Bildnisbeschreibung, insbesondere die Aufzeichnung und Erklärung der Symbole in der Mythologie und christlichen Kunst.

Illustriertes Buch, das: Buch mit Bebilderung, egal welcher Art.

Impressum, das: Druckvermerk, mit dem Drucker und/oder Verleger mit Anschrift genannt werden.

Imprimatur, die: Druckreif-Erklärung des Verfassers oder Verlegers.

Index, der: Bezeichnung für Register und alphabetische Verzeichnisse aller Art.

Initiale, die: Anfangsbuchstabe, der durch besondere Größe oder Verzierung auffällt, insbesondere bei Handschriften und alten Drucken.

Inkunabel, die: Bezeichnung für die ersten Drucke und Bücher im Zeitraum von 1454 bis ca. 1500.

Inszenierende Typographie, die: kreativer Umgang des Typographen mit dem Text, um die Gestaltung zu interpretieren oder zu verfremden.

Interims-Einband, der: vorläufiger →Einband des Buches, der dem Käufer die Möglichkeit gibt, es nach eigenen Vorstellungen binden zu lassen.

ISBN, die: kurz für Internationale Standard-Buch-Nummer, jedes Buch hat eine individuelle Nummer, unter der es weltweit in den Systemen zu finden ist; seit 1969 in Deutschland geläufig.

J

Jungfer, die: durch einen Setzer vollkommen fehlerlos gesetzte Seite.

K

Kapitalband, das: dekorativer Stoffstreifen, der an die obere und untere Kante des →Buchblocks aufgeklebt wird.

Kapitälchen, das/die: Grundform der römischen →Schrift, die aus reinen Großbuchstaben besteht.

Karolingische Minuskel, die: Karl der Große strebte eine Vereinheitlichung der →Schriften an, deren Ergebnis die karolingische Minuskel ist; Vorform zur heutigen →Antiqua.

Kartonage, die: Einbandart, bei der Karton als →Einband fungiert.

Kastigator, der: Vorläufer der →Lektoren, die früher von Verlegern beschäftigt wurden, um Texte kritisch zu prüfen.

Kegelgröße, die: im →Bleisatz die Höhe des Metalls, auf dem der Buchstabe befestigt ist.

Kegelstärke, die: Gesamthöhe des metallenen →Schriftkegels einer Drucktype im →Bleisatz, der Buchstabenkörper mit oberem und unterem Abstand; nicht die tatsächliche Größe des gedruckten Buchstabens.

Kettenbibliothek, die: Bibliothek, in der die Bücher mittels Ketten an den Regalen gesichert sind.

Klappentext, der: Bezeichnung für einen →Paratext, der auf dem →Schutzumschlag eines Buches steht und eine kurze Werbeinformation zu dem Buch ist.

Klebebindung, die: Bindeverfahren, bei denen die →Lagen am →Buchrücken geklebt werden.

Kollation, die: Überprüfen der →Bogen- und Blattfolge auf Reihenfolge und Vollständigkeit.

Kolophon, das: alte Bücher enthielten kein →Titelblatt, sondern die Angaben von Ort, Titel und Zeit der Erscheinung sowie Informationen über den Drucker wurden am Schluss des Buches im Kolophon zusammengefasst.

Kolumne, die: Fachausdruck aus der Buchherstellung für den zur Seite gestalteten Text des Druckwerkes, die Größe der Seite spielt dabei keine Rolle.

Kolumnentitel, der: Überschriften der einzelnen Seiten eines Buches

  1. Lebender Kolumnentitel: sich mit jeder Seite verändernder Titel der Seite, bspw. durch Angabe der Seitenzahl.
  2. Toter Kolumnentitel: der immer gleiche Titel auf einer Seite ohne jegliche Veränderung.

Kopfsteg, der: unbedruckter oberer Rand einer Buchseite zwischen →Satzspiegel und Papierrand.

Korrektorat, das: Prüfung auf orthographische Fehler.

Kupferstich, der: →Tiefdruckverfahren, bei dem mit einem Stichel die zu druckenden Teile in eine Kupferplatte gehämmert werden; die zu druckenden Teile sind vertieft.

Kurrentschrift, die: →Fraktur-Handschrift mit miteinander verbundenen Buchstaben.

L

Lage, die: mehrere gefalzte Doppelblätter in- bzw. übereinander gelegt.

Laufbreite, die: Breite der Zeichen einer →Schrift.

Laufrichtung, die: Begriff aus der Papierherstellung; in der Herstellung läuft der sich allmählich zum Papier formende nasse Stoffbrei als endlose Bahn durch die Papiermaschine, wobei sich die Fasern in Längsrichtung legen.

Laufweite, die: Begriff aus der →Typographie, der den Abstand zwischen den einzelnen Zeichen beschreibt.

Lektor, der: Verlagslektoren begutachten die →Manuskripte eines →Verlags und betreuen die Verlagsautoren oder werben diese an, aber Lektoren sind auch zuständig für die Optimierung von Texten, bspw. Charakterentwicklung oder Spannungsbogen.

Letter, die: kleine, bewegliche Stäbchen aus Metall, Holz oder Kunststoff, die im klassischen →Buchdruck als einzeln stehende Schriftzeichen dienen.

Ligatur, die: um unschöne Zusammenstellungen beim →Bleisatz zu vermeiden, wurden Ligaturen geschaffen, die zwei Buchstaben auf einer Drucktype vereinigen.

Linotype, die: Zeilen-Setz und -Gießmaschine, die 1884 erfunden wurde.

Literalität, die: Fähigkeit des Lesens und Schreibens so wie das Wissen um die Bedeutung und Funktion von →Schrift.

Lithographie, die: Vorbereitung eines Steins zum Drucken wie auch das Druckwerk selbst.

Lizenzgeschäft, das: Handel mit Lizenzen, deutsche Werke werden an ausländische Verlage verkauft oder deutsche Verlage kaufen Werke aus dem Ausland, um sie zu publizieren.

Longseller, der: Bücher mit stetigem Absatz über längere Zeit, auch →Steadyseller genannt.

M

Majuskel, die: historische Bezeichnung für die Großbuchstaben.

Makrotypographie, die: Begriff für die großflächige Gesamtgestaltung und das Layout eines Werkes.

Mängelexemplar, das: Buch, das aufgrund seiner Beschädigung nicht mehr der →Buchpreisbindung unterliegt.

Manuskript, das: die hand- oder maschinenschriftliche Fixierung eines Werkes, eine Art Rohfassung vor dem Lektorat.

Marginalien, die: Randbemerkungen am äußeren Rand der einzelnen Seiten.

Medienkonkurrenz, die: Annahme, dass Medien sich gegenseitig verdrängen, also der Fernseher das Radio oder das Internet das Fernsehen.

Mikrotypographie, die: auch Detailtypographie, Bezeichnung für den Teil der Satzherstellung, die sich auf die kleinsten Komponenten bezieht wie bspw. →Laufweite, Wortzwischenräume etc.

Minipressen, die: kleine →Verlage, die hauptsächlich aus Liebhaberei und Überzeugung Bücher herstellen.

Minuskel, die: historische Bezeichnung für Kleinbuchstaben.

Monographie, die: wissenschaftliche Abhandlung über einen einzelnen Gegenstand oder eine einzelne Persönlichkeit.

Monotype, die: Einzelbuchstaben-Setz- und Gießmaschine.

N

Nebenmärkte, die: Geschäfte, die zwar auch Bücher verkaufen, aber keine Buchhandlungen sind (bspw. Kaufhäuser, Supermärkte etc.).

Notation, die: bezeichnet im Bibliothekswesen die Buchstaben- und/oder Zahlenkombination, mit der das Buch im internen Bibliothekssystem ausgezeichnet wird.

O

Offsetdruck, der: →Flachdruckverfahren, bei dem nicht unmittelbar von der Druckform auf Papier gedruckt wird, sondern die Druckfarbe zunächst auf ein Gummituch übertragen wird.

Opazität, die: Maß für die Undurchsichtigkeit eines Papiers.

Outline, die: →Schrift, bei der nur die Konturen zu sehen sind.

P

Pagina, die: Seitenzahl.

Paginierung, die: fortlaufende Zählung jeder Seite.

Palimpsest, das: Schriftstück, dessen ursprünglicher Text beseitigt und dann neu beschrieben wurde, vor allem für →Pergament angewandt, da man hier den ursprünglichen Text einfach abkratzen konnte.

Paperback, das: Bezeichnung für kartonierte Bücher.

Paratext, der: Begriff des französischen Literaturwissenschaftlers Gérard Genette, der alle Texte, die den Haupttext eines Buches umgeben, beschreibt (bspw. Autorenvorstellung, →Klappentext etc.).

Pergament, das: Beschreibstoff aus Tierhaut, meist Kalb, Schaf oder Ziege.

Periodikum, das: regelmäßig erscheinende Veröffentlichung mit gleichbleibendem Titel.

Pflichtablieferung, die: jeder Verleger ist verpflichtet, zwei Exemplare eines jeden Druckwerkes an die →Deutsche Nationalbibliothek abzugeben.

Plagiat, das: geistiger Diebstahl, widerrechtlich angeeigneter und als eigener ausgegebener Inhalt.

Prägen, das: Übertragen von →Schriften oder Verzierungen bei gleichzeitiger Verformung des Werkstoffes in der Buchbinderei, bspw. zur Dekoration des →Einbandes.

Print-on-Demand-Verfahren, das: Drucken von Druckerzeugnissen nach Bedarf und nicht auf Vorrat.

Privatpresse, die: von Privatpersonen betriebene Buchpressen, bereits seit der Frühzeit des →Buchdrucks bekannt.

Privilegien, die: Vorrecht oder Sonderrecht, das Druckern erteilt wurde, damit wurde zugesichert, dass am gleichen Ort bis zu einem gewissen Zeitpunkt sich kein anderer Drucker niederlassen durfte.

Provenienz, die: Bezeichnung für die Herkunft eines Mediums ebenso wie für den Herkunftsvermerk selbst.

Pseudonym, das: Deck- oder Scheinname.

Q

Querformat, das: Format, bei dem die Höhe schmaler als die Breite ist.

Quertitel, der: von links nach rechts geschriebener Buchtitel auf dem →Buchrücken, nur bei recht dicken Büchern möglich.

R

Radierung, die: künstlerische →Tiefdrucktechnik, bei dem die Zeichnung in eine Platte eingeätzt wird, um sie dann zu drucken.

Raubausgabe, die: Ausgabe eines Buches, die ohne Genehmigung gedruckt wurde.

Recto, das: Vorderseite eines →Blattes.

Registerhaltigkeit, die: positionsgenaue Ausrichtung von →Schön- und →Widerdruck, sodass die einzelnen Elemente der Seite exakt gegeneinander liegen.

Remittenden, die: Bücher, die von den Buchhandlungen an die Lieferanten zurückgeschickt werden.

Rollendruck, der: unrechtmäßige/unautorisierte Ausgabe eines Bühnenwerks, besonders verbreitet in England im 16. und 17. Jahrhundert.

Rotationsdruck, der: Druckverfahren, bei dem Druck und Gegendruck mit Hilfe von Zylindern erfolgt.

S

Saccade, die: ruckhafte Bewegung des Blicks beim Lesen.

Satzbild, das: Gesamteindruck einer Buchseite als geschlossene Einheit.

Satzspiegel, der: Nutzfläche auf der Seite eines Druckwerkes.

Säurehaltigkeit, die: chemische Eigenschaft eines Papiers, die maßgeblichen Einfluss auf die Altersbeständigkeit hat.

Schmutztitel, der: →Blatt, das dem eigentlichen →Titelblatt vorgesetzt ist, manchmal mit einer Angabe zum Verfasser; ursprünglich, um die →Titelblätter noch nicht gebundener Bücher zu schützen.

Schöndruck, der: der erste Druckgang, bei dem die erste Seite des →Blattes bedruckt wird.

Schrift, die: bildhafte Darstellung von Lauten und die Fixierung von Gedanken und Gegebenheiten; auch Bezeichnung für eine bestimmte Art der Schrift wie Times New Roman, Garamond etc.

Schriftart, die: häufig fälschlicherweise als Bezeichnung für →Schriften verwendet, typographisch gesehen gibt es allerdings nur zwei Schriftarten: →Antiqua und →Fraktur.

Schriftenreihe, die: Bezeichnung für eine mehr oder weniger große Auswahl von gleich ausgestatteten, aber inhaltlich unterschiedlichen Büchern, die in sich abgeschlossen sind und von verschiedenen Verfassern sein können.

Schriftfamilie, die: Gesamtheit der →Schriftschnitte (mager, fett, kursiv etc.), die unter einem Schriftnamen zusammengefasst wird.

Schriftgießerei, die: Herstellung der →Lettern für den →Handsatz.

Schriftgrad, der: Größe von Druckschriften.

Schriftkegel, der: quaderförmiger Metall-, Holz- oder Kunststoffkörper einer Drucktype, der das spiegelverkehrte, erhabene Schriftbild (den Buchstaben) an seiner Oberseite trägt.

Schriftlinie, die: Standlinie der Buchstaben.

Schriftschnitt, der: Variante einer →Schrift, bspw. fett, mager, kursiv etc.

Schriftsippe, die: Mitglieder einer erweiterten →Schriftfamilie mit gleichen stilistischen Merkmalen.

Schuber, der: Schutzkarton für teure oder wertvolle Bücher.

Schusterjunge, der: letzte auf einer Seite stehende →Zeile, die einen neuen Absatz beginnt.

Schutzfrist, die: Dauer des urheberrechtlichen Schutzes für Werke der Literatur.

Schutzumschlag, der: ein Papierstreifen, der um das Buch gelegt und an den Vorderkanten eingeschlagen ist, um den →Einband zu schützen.

Schweizerdegen, der: Druckergehilfe, der sowohl drucken als auch setzen lernt.

Serifen, die: Ansatz- bzw. Begrenzungsstriche bei →Antiqua-Schriften.

Signatur, die: auf der 1. und 3. Seite des →Druckbogens stehende Ziffer, um die Reihenfolge der →Bogen beim Buchbinden einzuhalten.

Spatium, das: dünnes Ausschlussstück im →Bleisatz, um Wortzwischenräume zu vergrößern.

Spiralbindung, die: Bindung durch eine Drahtspirale.

Steadyseller, der: Bücher mit stetigem Absatz über längere Zeit, auch →Longseller genannt.

Streicheisen, das: eines der ältesten Werkzeuge beim Buchbinden zur Verzierung des →Einbandes.

Strichstärke, die: Breite der Striche der Buchstaben.

Stumpfe Zeile, die: →Zeile, die ohne einen →Einzug beginnt.

T

Tertia, die: →Schriftgrad von 16 Punkt →Kegelstärke.

Tiefdruck, der: alle Druckverfahren, bei denen die zu druckenden Teile tiefer liegen als die nicht zu druckenden.

Titelblatt, das: →Blatt im Buch, auf dem der Haupttitel steht, häufig auch weitere Angaben.

Titelei, die: die dem Buchtext vorangehenden Teile eines Buches wie →Schmutztitel, →Titelblatt, →Impressum etc.

Titelschutz, der: Kennzeichenschutz eines Buchtitels nach §16 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb.

Type, die: einzelne →Lettern beim →Bleisatz oder →Handsatz.

Typographie, die: die Kunst, eine Drucksache schön zu gestalten.

U

Umbruch, der: Bezeichnung für alle manuellen und maschinellen Verfahren des Formatierens von Textzeilen.

Umfangsberechnung, die: bevor ein →Manuskript in den Satz gegeben wird, wird eine Umfangsberechnung durchgeführt, um abzuschätzen, welchen Umfang das fertige Buch haben wird und somit auch den Ladenpreis besser berechnen zu können.

Unterlänge, die: die →Schriftlinie unterschreitende Teile eines Buchstabens bspw. bei g oder p.

V

Vakat, das: unbedruckte Seite im Buch.

Verlag, der: der Teil des Buchhandels, der die technische Herstellung der Bücher veranlasst; Medienunternehmen, das geistige Werke wie Bücher, Musik oder Zeitschriften vervielfältigt, vermarktet und auf eigene Rechnung vertreibt; verbindet Lektorat, Herstellung, Marketing und Vertrieb, wobei die Autoren im Gegensatz zum →Druckkostenzuschussverlag bezahlt werden,

Versalien, die: Großbuchstaben.

Versalziffern, die: Ziffern ohne Ober- oder Unterlänge, die genau so viel Platz wie Großbuchstaben einnehmen.

Verso, das: Rückseite eines →Blattes.

W

Wickelfalz, die: Falzung von einem Papier, das mehrmals parallel eingeschlagen wird.

Widerdruck, der: der zweite Druckgang, bei dem die Rückseite des →Blattes bedruckt wird.

Wortabstand, der: Abstand zwischen zwei Worten innerhalb einer →Zeile.

X

Xerografie, die: bei Fotokopierern eingesetzte Technik der Vervielfältigung.

Xylographie, die: andere Bezeichnung für →Holzschnitt oder →Holzstich.

Y

[in Arbeit]

Z

Zeile, die: Aneinanderreihung von Buchstaben und Worten auf der gleichen Ebene.

Zweitverwertung, die: ein bereits veröffentlichtes Werk wird noch einmal auf eine andere Weise veröffentlicht (bspw. als Hörbuch).

Zwiebelfisch, der: Drucke oder Bücher, die der gleichen →Auflage angehören, aber trotzdem nicht völlig gleich sind.

Zwischenbuchhandel, der: Sammelbegriff für alle Zweige des Buchhandels, die sich zwischen →Verlagen und Sortiment einschalten.

Quellen

Michelle Szellas
10.09.2026

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