Was ist ein Attribut?

Attribute sind keine Satzglieder, sondern Beifügungen. Ihre hauptsächliche Funktion besteht darin, ein Substantiv näher zu bestimmen.

Attribute können aber auch bei Adjektiven, Adverbien oder Pronomen auftreten.

Attribute können vor dem Element stehen, das sie näher beschreiben (das grüne Kleid) oder dahinter (das Kleid der Mutter).

Attribut-Arten und Beispiele

Die Attribute werden strukturell unterschieden, je nachdem mit welcher Wortart sie vornehmlich gebildet werden:

  • Adjektiv oder Partizip

    Vorangestellt: eine blaue Vase, ein erfolgreicher Überfall

    Nachgestellt (poetisch): Röslein rot (Goethe, Heidenröslein)

  • Substantiv im Genitiv

    Bei Genitivattributen gibt es noch weitere Unterteilungen. Hauptsächlich kommen der Genitivus subjectivus (= Genitiv als Subjekt einer Handlung) und der Genitivus objectivus (= Genitiv als Objekt einer Handlung vor).
    • Genitivus subjectivus

      Beispiel: Die Heirat des Prominenten

      Hier wird vor allem bei der Umformung deutlich, dass es sich um ein Subjekt handelt.
      Die Heirat des Prominenten => Der Prominente ist verheiratet.

    • Genitivus objectivus

      Beispiel: Die Reparatur des Daches

      Hier handelt es sich um eine Akkusativergänzung, wie sich bei der Probe zeigt.

      Die Reparatur das Daches => Sie repariert das Dach.

    • Genitivus qualitatis

      Der qualifizierende Genitiv beschreibt die Eigenschaften einer Person oder eines Gegenstands näher und wird nachgestellt.

      Beispiel: Ein Mann außerordentlichen Charmes

    • Genitivus possessivus

      Hier wird näher beschrieben, wem das Objekt gehört.

      Beispiel: Das Kleid der Mutter

    • Genitivus explicativus

      Der erläuternde Genitiv benennt eine Kategorie und wird nachgestellt. Dieser Genitiv kann in ein Kompositum oder einen dass-Satz bzw. Infinitivsatz umgewandelt werden:

      Beispiele:

      Das Problem der Arbeitslosen => Das Arbeitslosenproblem (Kompositum)
      Die Möglichkeit eines Gewinns => die Chance, dass man gewinnt (dass-Satz)
      Die Möglichkeit eines Gewinns => die Möglichkeit, zu gewinnen (Infinitivsatz)

    • Genitivus partitivus

      Dieses Attribut tritt (vor allem in der gesprochenen Sprache) fast nur im Nominativ auf.

      Beispiel: Eine Flasche alten Weines => eine Flasche alter Wein

      Beim Genitiv, Dativ und Akkusativ wird die Deklinationsendung angefügt:

      Mit einer Flasche altem Wein geht es mir gut.

  • Substantiv mit Präposition (Präpositionalattribut)

    Diese Attribute können sowohl mit freien Präpositionen auftreten, als auch mit gebundenen Präpositionen:

    Beispiele freie Präposition:

    Die Bank am Wasser.

    Die Katze im Haus.


    Beispiele gebundene Präposition:

    Dank an …, Einladung zu …, Freude an …

  • Adverbien

    Beispiele:

    das Haus links

    der Stuhl da vorne

    Adjektive mit gebundener Präposition:

    Beispiele:

    Interessiert an, verliebt in, begeistert über, abhängig von, ….

  • Satzteilkonjunktion

    Beispiele:

    Schneider als CEO

    eine Stimme schön wie ein Gedicht

  • Relativsatz

    Das Kind, das gestern gestürzt war, war wieder vollends hergestellt.

    Das Buch, das da vorne liegt, hat mir sehr gut gefallen.

  • Appositionen

    Die Apposition ist eine besondere Form des Attributs. Es ist eine Beifügung, die im gleichen Kasus wie das Bezugswort steht. Es gibt Appositionen im engeren und im weiteren Sinne. Bei der Apposition im weiteren Sinne werden ein bzw. zwei Kommas gesetzt.

    • Appositionen im engeren Sinn

      Appositionen im engeren Sinn stehen vor oder hinter dem Bezugswort. Sie enthalten zusätzliche Informationen, geben Verwandtschaftsverhältnisse an oder ordnen Gegenständen und Begriffen unterschiedlichen Namen zu. Sie stehen ohne Komma.

      Beispiele:

      Ludwig der Sechzehnte, Karl der Große

      Tante Agnes, Oma Maria

      die Stadt Bremen, im Jahr 2010, Professor Schneider

      In der Deklination folgen Appositionen meistens der des Bezugswortes:

      Beispiele:

      die Regierungszeit Ludwigs des Sechzehnten

      Unter Karl dem Großen erlebte das fränkische Reich einen Aufschwung.

    • Appositionen im weiteren Sinn

      Diese Appositionen sind immer nachgestellt. Sie werden in der geschriebenen Sprache durch ein oder zwei Komma bzw. Gedankenstriche vom Bezugswort getrennt. Beim Sprechen wird die Stimme vor und nach der Apposition gehoben.

      Beispiele:

      Sabine – unsere Nachbarin – kümmert sich um unsere Pflanzen.

      Das musikalische Werk Michael Jacksons, des größten amerikanischen Popstars, …

    • Weitere Möglichkeiten der Attribuierung

      Attribute können auch in Form einer Wortreihe auftreten. Unterschieden werden diese in Wortreihen ohne Konjunktion und in Wortreihen mit einer oder mehreren Konjunktionen.

      Beispiele:

      Frau Professor Doktor Schmidt

      das erste und das zweite und das dritte sowie das vierte Mal

Quelle

Götze, Lutz (2002): Schüler-Wahrig. Deutsche Grammatik. Unter Mitarbeit von Gabriele Pommerin und Anna-Ulrike Mayer. Wissen Media, Gütersloh/München

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10.05.2026

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