Auch Zahlen sind nicht immer eindeutig

Man könnte meinen, die Rechtschreibung von Zahlen im Deutschen sei genauso klar geregelt, wie man es von der Mathematik sonst gewohnt ist. Dies ist mitnichten der Fall.

Es gibt immer wieder Widersprüche zwischen der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung, den Empfehlungen der Duden-Redaktion und den Vorgaben der Norm DIN 5008.

In diesem Artikel stellen wir die wichtigsten Regeln zur Schreibweise von Zahlen vor und behandeln auch die Fälle, in denen sich die Quellen widersprechen.

Inhaltsübersicht

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Quellen zur Zahlenschreibweise im Deutschen

Der Duden ist primär ein Rechtschreibwörterbuch, das im Juli 1880 von Konrad Duden erstmalig veröffentlicht wurde. In der Öffentlichkeit gilt es bis heute als oberste Instanz in Sachen Rechtschreibung, Grammatik und Stil für die deutsche Sprache. Formal hatte der Duden nach unserem Wissensstand nie eine rechtlich bindende Wirkung.

Die Darstellung der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. könnte man so interpretieren, dass dem Duden eine gewisse Verbindlichkeit zwischen den Jahren 1901 und 2006 zukam. Allerdings wird nicht ganz klar, ob es um eine juristische Verbindlichkeit oder lediglich um eine Art Monopolstellung in der Wahrnehmung der Menschen handelte.

Das erste amtliche und damit für Behörden und Schulen verbindliche Regelwerk erschien 1861 in Stuttgart (laut Wikipedia). Heute ist die maßgebliche Grundlage der deutschen Rechtschreibung die amtliche Regelung, die vom Rat für deutsche Rechtschreibung herausgegeben wird. Derzeit (Stand: Oktober 2018) gilt die Fassung von 2016 mit einigen 2018 vorgenommen Änderungen.

Diese Regelung fixiert die amtliche Norm und bildet damit das Fundament der offiziellen deutschen Orthographie. Die Verlage, darunter der Duden, veröffentlichen nur ihre Interpretationen der amtlichen Regelung und weiterführende Vorschläge. Privatpersonen und private Unternehmen sind rechtlich an die amtliche Regelung nicht gebunden, folgen ihr aber meistens doch aus Gründen der Einheitlichkeit und leichterer Verständlichkeit.

Das Deutsche Institut für Normung ist eine private, aber staatlich anerkannte und unterstützte Einrichtung. Das Institut entwickelt Regeln (Normen) für sehr viele Bereiche der Wissenschaft und der Wirtschaft. So legt die DIN-Norm 5008 Schreib‑ und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung fest, richtet sich also hauptsächlich an die Verfasser von Geschäftsbriefen und formellen Schreiben aller Art.

Die im Folgenden jeweils zitierten Beispiele stammen aus der für die entsprechende Regel/Empfehlung angegebenen Quelle. Hie und da wurden eigene Beispiele ergänzt oder vorhandene geändert.

In Wörtern oder Ziffern?

Duden-Empfehlungen

Die Dudenredaktion schreibt in ihrer Online-Ausgabe unter „Schreibung von Zahlen“, Zahlen könne man „sowohl in Ziffern als auch in Buchstaben schreiben“, und überlässt dem Schreiber damit die Entscheidung.

In bestimmten Kontexten könne die doppelte Angabe in Wörtern und in Ziffern sinnvoll sein, um Missverständnisse zu vermeiden. Etwa beim Ausfüllen von Schecks, Gutscheinen, Quittungen etc. Einige von uns erfundene Beispiele:

75 bzw. fünfundsiebzig Stück
30 (in Worten: dreißig) Euro
USD 5.000 (fünftausend)

An anderer Stelle rät die Dudenredaktion dazu, ein- und zweisilbige Zahlwörter in Buchstaben zu schreiben. Auf der Unterseite mit dem Titel „Schreibung von Zahlen“ positioniert sich derselbe Duden ganz eindeutig und meint, es „werden nur ein- und zweisilbige Zahlwörter ausgeschrieben“. Was der Duden hier in Stein meißelt, erschien auf der zuvor erwähnten Unterseite lediglich als Empfehlung. Einige Duden-Beispiele:

Über hundert Teilnehmer sind schon angemeldet.
Sie besitzt fünfzehn Katzen.
Hab tausend Dank!

Mehrsilbige Zahlen werden entsprechend in Ziffern geschrieben, wie in den folgenden Duden-Beispielen:

eins, sieben, zwölf, dreißig, hundert
37 (statt: siebenunddreißig)

Dieselben Zahlen könnten allerdings auch in Buchstaben geschrieben werden, sofern sie „übersichtlich“ seien, wie es etwa in erzählenden Texten (Romanen, Briefen etc.) der Fall sei. So der Duden in seiner Online-Ausgabe und in der Druckausgabe: Bd. 9, Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, im Folgenden abgekürzt: Zweifelsfälle). Beispiele aus der Online-Ausgabe:

Sie wurde siebenundsiebzig Jahre alt.
Zu Ihrem fünfzigsten Geburtstag gratuliere ich Ihnen herzlich.

Zahlen werden in Ziffern geschrieben, wenn es sich um Nummern, Jahreszahlen, Maß- und Währungsbezeichnungen sowie um das Datum handelt (s. Zweifelsfälle; „Zahlen und Ziffern“; „Schreibung von Zahlen“). Weitere Duden-Beispiele:

im Jahr 4 v. Chr.
am 2. April
–5 °C
6 EUR

Stünden aber bei Maßeinheiten statt der Abkürzung „die entsprechenden Vollformen“, könne man sowohl in Ziffern als auch in Buchstaben schreiben (s. Zweifelsfälle; „Zahlen und Ziffern“):

11 Kilometer/elf Kilometer
2 Euro/zwei Euro

Die amtliche Regelung

Der Rat für deutsche Rechtschreibung gibt zu diesem Thema keine Empfehlung in seiner amtlichen Regelung, scheint jedoch in einem Beispielsatz zur Kommasetzung (§ 77(2)) seine Einstellung zu diesem Thema zu verraten.

Er verwendet nämlich eine zweisilbige Zahl in Ziffernschreibweise:

Gertrud Patzke, Hebamme des Dorfes, wurde 60 Jahre alt.

Die „Zahlen-unter-12-Regel“

In diesem Zusammenhang muss dringend mit einem Mythos aufgeräumt werden, der sich noch immer hartnäckig in der Schreiblandschaft hält. Der Mythos besagt, dass alle Zahlen, die kleiner sind als zwölf, in Buchstaben geschrieben würden. Sind die Zahlen größer, schreibe man sie in Ziffern. Schon die 9. Duden-Auflage von 1915 warnte ausdrücklich vor dieser alten Regel.

Auf ein paar Gepflogenheiten im Umgang mit den Zahlen 1 bis 12 weist der aktuelle Duden aber doch hin. Auch die Zahlen von 1 bis 12 würden „überwiegend“ in Ziffern geschrieben, wenn sie, etwa in Statistiken oder wissenschaftlichen Texten, mit dem dazugehörenden Substantiv „die Aufmerksamkeit auf sich lenken sollen“ (s. Zweifelsfälle; „Zahlen und Ziffern“; „Schreibung von Zahlen“):

Kurbel mit 2 Wellen
Zahnrad mit 2 Spindeln

Der Rat für Rechtschreibung vertritt hierzu ebensowenig eine Ansicht wie die DIN 5008.

Grundzahlen

In Buchstaben geschriebene Grundzahlen (Kardinalzahlen) unter einer Million werden immer klein- und zusammengeschrieben. Darin sind sich die amtliche Regelung (§ 58(6)) und der Duden (K 65) einig. Die DIN-Norm äußert sich zu diesem Aspekt der Schreibung der Zahlen nicht.

achteinhalb; neunzehnhundertvierundsechzig; dreihundertachtundvierzigtausend
Wir treffen uns um sechs.
Trau keinem über dreißig!

Man schreibt Grundzahlen getrennt, wenn sie größer sind als eine Million. Dabei werden Million, Milliarde, Billion usw. prinzipiell großgeschrieben, da sie Substantive sind. Das gilt auch für Dutzend (amtliche Regelung, § 55(5); Duden, K 65):

drei Dutzend Kürbisse
eine Million fünfhunderttausend Kilometer
drei Billionen Dollar

Bezeichnen als Substantive verwendete Grundzahlen eine Ziffer, schreibt man sie groß (Regelung, § 57(4); Duden, K 78):

Er würfelte dreimal eine Sechs.
Sie setzte ihr Geld auf die Siebzehn.
Sie hielten ihn für eine Null.

Groß schreibt man Grundzahlen in Eigennamen, die eine Zahl enthalten, sagt der Duden (s. Zweifelsfälle, „Zahlwort“); die amtliche Regelung äußert sich diesbezüglich nur in Bezug auf die Großschreibung der Ordnungszahl:

die Zehn Gebote
Elisabeth die Zweite
Sieben Berge (= Landschaft in Niedersachsen)

Sowohl Groß- als auch Kleinschreibung ist laut den „Zweifelsfällen“ (unter „Zahlwort“) korrekt in:

die Fünf Weisen/die fünf Weisen (= Sachverständigenrat)

Meinen hundert und tausend eine unbestimmte Menge (also eine, die nicht in Ziffern schreibbar ist), kann man sowohl klein- als auch großschreiben; das gilt auch für dutzend (amtliche Regelung, § 58 E5; Duden, K 79):

Es meldeten sich hunderte/Hunderte von Interessenten.
Im Stadion waren tausende/Tausende von Zuschauern.
Er kaufte dutzende/Dutzende verschiedener Farben.

Aber bei bestimmten Mengenangaben muss man kleinschreiben, denn es handelt sich dann ja um eine Kardinalzahl unter einer Million (amtliche Regelung, § 58(6); Duden, K 79):

Wir hatten hundert Gäste (= 100 Gäste).
Die Uhr kostete tausend Euro (= 1 000 Euro).
Sie kaufte zwei Dutzend Eier (= 24 Eier).

Möchte der Schreiber hundert und tausend aber als Zahlsubstantive verstanden wissen, muss großgeschrieben werden (amtliche Regelung, § 55 E4; Duden, Zweifelsfälle, „hundert/Hundert“):

Das erste Hundert/Tausend ist voll.
vier vom Hundert/Tausend

Ordnungszahlen

Ordnungszahlen werden klein- und zusammengeschrieben, auch die Ordnungszahlen, die größer sind als eine Million (amtliche Regelung, § 36; Duden, K 65):

der elfte September
ihr einhundertster Geburtstag
der tausendste Jahrestag
der zweimillionste Besucher
der zehnmillionste Teil

Ordnungszahlen, die als Substantive verwendet werden, werden hingegen großgeschrieben (amtliche Regelung, § 57(1); Duden, K 80):

am Ersten des Monats
jeder Vierte
die Interessen Dritter

Dezimalzahlen in Buchstabenschreibweise werden immer als Wortgruppe geschrieben (Duden, K 80; Zweifelsfälle, „Dezimalzahlen“). Die amtliche Regelung schweigt hierzu.

acht Komma fünf
tausend Komma sechsundsechzig
dreihundertfünfzig Komma fünfundzwanzig

In der Ziffernschreibweise erhält die Ordnungszahl am Ende einen Punkt zur Kennzeichnung der Zahl als Ordnungszahl (amtliche Regelung, § 104). Beispiele aus der amtlichen Regelung:

der 2. Weltkrieg, der II. Weltkrieg
Sonntag, den 20. November
Friedrich II.
König von Preußen
die Regierung Friedrich Wilhelms III. (des Dritten)

Bruchzahlen

Brüche, die in Ziffern dargestellt werden, werden mit einem Schrägstrich als Bruchstrich dargestellt; dazwischen steht kein Leerzeichen. Diese Regel wird nicht ausdrücklich definiert, sondern ist lediglich den Beispielen in der amtlichen Regelung (§ 40) bzw. im Duden (K 29) zu entnehmen.

1/4
2/5
7/8
3/100

Steht vor dem Bruch eine ganze Zahl, wird diese durch eine Leerstelle vom Bruch abgetrennt. Zu dieser Schreibung findet sich lediglich ein Beispiel in der DIN 5008 (Kapitel 8.8):

3 5/8

Zusammensetzungen mit Brüchen in Ziffernschreibweise werden mit Bindestrichen angezeigt. Diesbezüglich herrscht Einigkeit zwischen den drei „Instanzen“ (amtliche Regelung, § 40(3); Duden, K 29; DIN 5008, Kapitel 4.2). Einige Beispiele aus § 40(3) der amtlichen Regelung:

2/3-Mehrheit bzw. ⅔-Mehrheit
3/8-Takt bzw. ⅜-Takt

Schreibt man sie gänzlich in Buchstaben, wird zusammengeschrieben (Zweifelsfälle, „Zahlen und Ziffern“, Punkt 3):

Zweidrittelmehrheit
Dreivierteltakt

Bruchzahlen auf -(s)tel schreibt man groß, weil sie die Merkmale eines Substantivs besitzen (amtliche Regelung, § 56 E5; Duden, K 80):

Viertel
Zehntel
Hundertstel
Millionstel

Bei Maßangaben schreibt man die Bruchzahlen auf -(s)tel klein und auseinander, weil sie nicht den Charakter eines Substantivs haben (amtliche Regelung, § 56(6.1); Duden, K 80):

ein viertel Kilo
ein zehntel Millimeter
in fünf hundertstel Sekunden
nach drei viertel Stunden

Hier ist aber auch die Zusammenschreibung von Bruchzahl und Substantiv möglich (amtliche Regelung, § 37; Zweifelsfälle, „Bruchzahlen“):

ein Viertelkilo
ein Zehntelmillimeter
in fünf Hundertstelsekunden
nach drei Viertelstunden

Im Zusammenhang mit Uhrzeitangaben unmittelbar vor der Grundzahl wird ausnahmslos kleingeschrieben (amtliche Regelung § 56(6.2); Duden, K 80):

um viertel fünf
gegen drei viertel sieben
nicht vor halb acht

Verbindungen zwischen Buchstaben und Ziffern

Bei Verbindungen zwischen einer Ziffer und Buchstaben steht prinzipiell ein Bindestrich, sagen Duden (K 29) und die amtliche Regelung (s. § 40(3)); die DIN 5008 gibt hierzu keine Empfehlung:

8-Zylinder
3-Tonner
2-Pfünder
4-silbig
17-Jährige

Zusammengeschreiben wird in der Regel, wenn die Zahl in Buchstaben geschrieben wird (amtliche Regelung, § 37(1); Duden, K 66):

Achtzylinder
Dreitonner
Zweipfünder
viersilbig
Siebzehnjährige

Werden die Verbindungen als Einheit empfunden, ist in Aneinanderreihungen der Verzicht auf den Bindestrich möglich (laut Duden, K 66):

G-8-Staaten, aber auch: G8-Staaten
W-3-Professur, aber auch: W3-Professur

Zur Schreibweise DIN-A4-Heft gebe es jedoch keine Alternative, denn A und 4 bildeten eine Einheit (s. Zweifelsfälle, „DIN-A4-Blatt“).

Wenn Suffixe (Nachsilben) aus mehr als einem Buchstaben bestehen, werden sie nicht durch Bindestrich von der vorausgehenden Ziffer abgetrennt (im Gegensatz etwa zur n-ten Wurzel); so sieht es der Duden (K 30) wie auch die amtliche Regelung in ihrem § 41:

die 68er
32stel
100%ig

Bilden Verbindungen von Ziffern und Suffixen den vorderen Teil einer Zusammensetzung, setzt man nach dem Suffix einen Bindestrich (amtliche Regelung, § 42; Duden, K 30):

ein 65er-Bildschirm
die 10er-Gruppe
in den 80er-Jahren

Die amtliche Regelung lässt bei den 80er-Jahren allerdings auch die Schreibung ohne Bindestrich zu (§ 42):

in den 80er Jahren

Werden diese Begriffe ausgeschrieben, fällt der Bindestrich weg (s. amtliche Regelung, § 42 E):

die Zweierbeziehung
die Zehnergruppe
die Achtzigerjahre (aber auch: die achtziger Jahre)

Deklination von Zahlwörtern

Die Zahl eins entspricht dem unbestimmten Artikel und wird entsprechend dekliniert (zum Folgenden siehe die einschlägige Übersicht von Uli Mattmüller):

Nominativ: ein Auto
Genitiv: eines Autos
Dativ: einem Auto
Akkusativ: ein Auto

Die meisten anderen Zahlen werden nicht dekliniert.

Eine Ausnahme bilden die Zahlen zwei und drei im Genitiv und Dativ:

die Arbeiten zweier/dreier Studenten (Genitiv)

Statt des Genitivs wird heute oft die Präposition von benutzt:

die Arbeiten von zwei/drei Studenten

Bei den anderen Zahlen muss man immer auf die Präposition von zurückgreifen, um Besitz- oder Zugehörigkeitsverhältnisse anzuzeigen (also die Genitivform zu umschreiben):

die Arbeiten von sieben/zwölf/fünfzig Studenten

Veraltet klingt der pronominale Dativ der Zahlen zwei und drei. Die Dativ-Endung wird heute meist weggelassen.

Ich habe nur mit zwei(en)/drei(en) noch Kontakt

Arabische vs. römische Zahlen

Unter Rechtschreibgesichtspunkten scheint es keine Regeln oder Empfehlungen der drei Hauptquellen zu geben, wann römische und wann arabische Ziffern benutzt werden sollen.

Als Standard gelten in Deutschland arabische Zahlen, das heißt, im Zweifel sollte man sich für arabische Ziffern entscheiden.

Römische Ziffern werden häufig zur Abwechslung, aus ästhetischen oder Verfremdungsgründen benutzt. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass viele Leser die größeren römischen Zahlen (ab 50 bzw. L) nicht kennen oder nur mit Mühe lesen können.

Römische Zahlen werden oft für Seitenzahlen im Einleitungsteil eines Werkes gewählt (Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Vorwort). Die erste Seite des Haupttextes trägt dann die arabische Ziffer 1.

Wenn eine Publikation nicht nur Kapitelzahlen hat, sondern auch noch in größere Abschnitte unterteilt wird, werden dafür oft ebenfalls römische Zahlen genommen: Teil I, Teil II, Teil III ... Beliebt ist auch die Wahl von Buchstaben: Teil A, Teil B, Teil C ...

Einen ersten Überblick über das römische Zahlensystem bekommt man etwa in der Wikipedia. >>

Gliederung von Zahlen

Datumsangaben und Jahreszahlen

Zur Gliederung von Zahlen finden sich in der amtlichen Regelung keine Vorschriften, da es vor allem eine ästhetische Frage ist. Hier ist es vor allem die DIN 5008, die Empfehlungen ausspricht; auch der Duden hat einiges zu sagen.

Die „im deutschsprachigen Raum gültige Reihenfolge bei der Schreibung des Datums ist: Tag, Monat, Jahr“, in verschiedenen Schreibvariationen, sagt der Duden (s. Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“):

16.11.1978
1.5.1966
15.4.74

Die obigen Varianten werden von der DIN 5008 zwar gutgeheißen, aber ihre letzte Überarbeitung stärkt die Verwendung der Datumsschreibweise nach internationalem Vorbild, angelehnt an die DIN 8601: Jahr, Monat, Tag. Bei der Darstellung mit der reinen Zahlenangabe werden Tag und Monat prinzipiell zweistellig angegeben und durch Trennstriche voneinander getrennt:

2018-09-16

Laut der DIN sind auch die folgenden Varianten möglich:

06.09.2008
6. September 2008

Im internationalen Schriftverkehr rät die DIN prinzipiell zur Schreibung der Variante mit Trennstrichen und der Jahreszahl als erster Angabe. Ferner fordert die DIN generell die Schreibung der Jahreszahl in vier Ziffern.

Bei aufeinanderfolgenden oder „aus der Geschichte geläufigen Jahreszahlen“ gliedert man unter Verwendung eines Schrägstrichs, so die Dudenredaktion unter der Überschrift „Textverarbeitung und E-Mails“; die Regelung sieht das ebenso (§ 106(1)):

2016/2017, oder: 1939/45

Diese Schreibung kann auch – so die DIN 5008 – für die Angabe aufeinanderfolgender Tage verwendet werden; so verlangt es auch die Regelung in ihrem § 106(2):

am 9./10. November 2016

Die alleinstehende zweistellige Jahresangabe steht prinzipiell – im Gegensatz etwa zu den englischsprachigen Ländern – ohne Apostroph (s. Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“):

in den Jahren 76 und 77

Uhrzeitangaben

Die DIN 5008 regelt die Schreibweise von Uhrzeiten in Kapitel 9.5. Möglich ist die Angabe der Uhrzeit demnach in „Stunden und Minuten“, „Stunden, Minuten und Sekunden“ oder nur in Stunden. Als Trennzeichen ist der Doppelpunkt zu verwenden und jede Einheit ist mit zwei Ziffern anzugeben, wenn mehr als nur eine Einheit angegeben wird. Beispiele aus der DIN:

05:30 Uhr
24:00 Uhr
00:05 Uhr
12:04:48 Uhr
8 Uhr

Daneben erlaubt der Dudenverlag auch noch die folgenden Varianten: Verwendung nur einer Ziffer bei der Stundenangabe, die Ersetzung des Doppelpunktes durch einen einzelnen Punkt sowie die Hochstellung der Minuten ohne Punkt(e):

8:03 Uhr
8.03 Uhr
803 Uhr

Telefonnummern

Laut Duden (s. Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“, aber auch online unter „Zahlen und Ziffern“) und der DIN 5008 wird die Vorwahl von der Nummer des Anschlusses durch ein Leerzeichen getrennt; das gilt auch für Handynummern.

Lediglich für Direktdurchwahlen soll ein Bindestrich verwendet werden:

01234 567890
0123 45678901
01234 567890-12

Eine über den Tarif informierende Sondernummer wird wie folgt gegliedert:

0180 5 123345

Für internationale Fax- und Rufnummern wird der Landesvorwahl – ohne doppelte Null – ein Pluszeichen (+) unmittelbar vorangestellt; die Null der Ortsvorwahl entfällt ebenfalls:

+49 123 456789

Im Gegensatz zur DIN 5008 bietet der Duden auch noch die Möglichkeit an, Telefon- und Faxnummern von rechts beginnend in Zweiergruppen zu gliedern; die Vorwahlnummer gehört dann in Klammern:

(0123) 4 56 78 90

In deutlichem Gegensatz dazu sieht die amtliche Regelung in ihrem § 106 die Verwendung des Schrägstrichs vor, zur „Gliederung von Adressen, Telefonnummern, Aktenzeichen, Diktatzeichen und dergleichen“:

01234/567890
0123/45678901

Kontonummern und Bankleitzahlen

Die alten nationalen Bankleitzahlen wurden von links nach rechts in zwei Dreiergruppen und eine Zweiergruppe untergliedert. Bei der alten Schreibweise der Kontonummern wurde von rechts beginnend in Dreiergruppen unterteilt.

Zu dieser Schreibweise bietet der Duden (s. Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“) noch die Möglichkeit an, auf die Untergliederung zu verzichten:

BLZ: 123 456 78 oder 12345678
Kontonummer: 1 234 567 oder 1234567

Die neue IBAN wird prinzipiell, von links anfangend, in fünf Vierergruppen und eine abschließende Zweiergruppe untergliedert.

DE00 1234 5678 9012 3456 22

Darin sind sich der Duden und die DIN 5008 einig.

ISBN

Die einzelnen Zahlenblöcke der ISBN (internationale Standardbuchnummer) werden in der Regel durch Bindestriche entsprechend der Kennnummern der Verlage geschrieben (Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“).

Die DIN 5008 lässt auch Leerzeichen gelten anstelle der Bindestriche:

3-411-00911-X
3 411 00911 X

Postleitzahlen und Postfächer

Die fünfstelligen Postleitzahlen werden nicht untergliedert, sagen Duden (s. „Textverarbeitung und E-Mails“ sowie online unter „Zahlen und Ziffern“) und DIN:

49080 Osnabrück
80939 München

Die Nummern von Postfächern werden von der letzten Ziffer angefangen durch ein Leerzeichen in Zweiergruppen unterteilt. Auch hier herrscht Einigkeit (Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“; DIN 5008):

12 34 56
78 90

Hausnummern

DIN 5008 (Kapitel 9.3) sagt: „Hausnummern folgen der Straßenbezeichnung nach einem Leerzeichen. Zusammengesetzte Hausnummern werden mit dem ‚bis‘-Zeichen oder dem Schrägstrich geschrieben. Hausnummern mit nachfolgendem Buchstaben werden von diesem durch ein Leerzeichen getrennt; der Buchstabe darf klein- oder großgeschrieben werden.“

Folgende Beispiele liefert die DIN:

Burgstraße 14 – 15
Burgstraße 14/16
Leipziger Straße 5 a
Budapester Straße 15 B
Waldstraße 9 u. 10
Parkallee 14 // W 182 (Nummer der Wohnung im Haus Nr. 14)
Blumenstraße 2 // 8. Stock

Die Dudenredaktion rät zum Gedankenstrich ohne Leerzeichen:

Wormser Str. 18–20

Die amtliche Regelung, wie bereits im Zusammenhang mit Telefonnummern, die Verwendung des Schrägstrichs vor (§ 106(2)):

Wormser Str. 18/20

Streng genommen bedeutet dies, die Schreibung mit Gedankenstrich ist nicht regelkonform. Da die amtliche Regelung ein verbindliches Korpus darstellt und die Verwendung des Schrägstrichs zur „Gliederung von Adressen, Telefonnummern, Aktenzeichen, Diktatzeichen und dergleichen“ vorsieht, müsste man diese Schreibung verwenden und die anderen als falsch verwerfen.

Seitennummerierung

Umfasst ein Geschäftsbrief mehr als eine Seite, muss dieser ab der zweiten Seite fortlaufend nummeriert werden. Die DIN sieht zwei Alternativen vor, während die amtliche Regelung und der Duden hierzu keine Angaben machen:

Eine Möglichkeit besteht darin, Seitennummern zu zentrieren. Die Nummer wird in Mittelstriche gesetzt und erscheint in der Kopfzeile (in akademischen Arbeiten wird meist die Fußzeile vorgeschrieben):

– 3 –

Die DIN empfiehlt, diese Form in die Kopfzeile zu setzen und in der Fußzeile auf Folgeseiten hinzuweisen.

Die Alternative „Seite X von Y“ sollte rechtsbündig in der Fußzeile erscheinen:

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Preis-, Geldangaben bzw. Trennzeichen bei Dezimalen und Tausendern

So wie im wirklichen Leben beim Geld der Spaß aufhört, wird es auch hinsichtlich der Schreibung von Geldangaben richtig knifflig; denn hier kommen auch die Besonderheiten des Schweizerhochdeutschen dazu. Sowohl der Duden (s. etwa https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/zahlen-und-ziffern)

als auch DIN 5008 empfiehlt die Gliederung durch das (geschützte) Leerzeichen als Tausendertrennzeichen:

1 000 € bzw. 120 000 000 km

Doch während der Duden auch große (Geld)Beträge durch Leerstellen einteilt, rät die DIN-Norm hierbei zur Verwendung des Punktes:

1.000.000 €

Das amtliche Regelung spricht hierfür keine Empfehlung aus, da es prinzipiell mit der Rechtschreibung und weniger mit der Ästhetik befasst ist, verwendet aber in seinen Beispielsätzen – so etwa in § 84.3 zur Verwendung des Gedankenstrichs und anderen §§ – stets die durchgehende Schreibung der Zahl und verzichtet gänzlich auf eine Gliederung:

Er bezahlte mit einem Scheck über 2000 €.

Das Schweizerhochdeutsch benutzt häufig den geraden Apostroph ' als Trennung zwischen den Tausendern, seltener den typographischen (s. hierzu vor allem https://www.unker.com/de/unterschiede-hochdeutsch-schweizerhochdeutsch):

20'000 CHF bzw. 20‘000 CHF

Die Schweizer Bundeskanzlei – und damit das offizielle Regelungsorgan – spricht sich für das geschützte Leerzeichen aus:

20 000 CHF

Als Trennzeichen zwischen Dezimalen wird im Deutschen ausschließlich das Komma verwendet, sowohl bei Geld‑ als auch bei sonstigen Zahlenangaben:

8,90 m; 25,60 €; 42,5 °C.

Im Schweizerhochdeutschen wird gemäß der Schweizerischen Bundeskanzlei ebenfalls das Komma verwendet:

8,90 m; 42,5 °C.

Alleine bei Währungseinheiten wird der Punkt als Trennzeichen eingesetzt:

25,60 CHF

In der Praxis, etwa in Schulen und in den Einstellungen von Betriebssystemen ist allerdings auch bei anderen Zahlen der Punkt als Dezimaltrennzeichen vorgesehen.

Jahreszahlen

Jahreszahlen, sagt der Duden (https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/zahlen-und-ziffern), werden generell in Ziffern dargestellt, auch kleine Zahlen; ein Tausendertrennzeichen ist auf keinen Fall vorgesehen. Da stimmt auch die DIN 5008 zu:

im Jahr 6 v. Chr.; im Jahre 1225 unseres Herrn.

Erlaubt ist nach der Regelung (§ 36.1.6) auch die Schreibung der Jahreszahl in Buchstaben, nach der Regel für Grundzahlen unter einer Million; Gebrauch davon machen fast ausschließlich literarische Texte:

Er starb im Jahre neunzehnhundertneunundvierzig.

Und ganz grundsätzlich, sagt der Duden, ist die im englischen Sprachraum übliche Schreibung der zweistelligen Jahreszahl mit Apostroph im Deutschen nicht üblich:

in den Jahren 76 und 77; Im Februar 15 war der Preis für Öl niedrig.

Im Zusammenhang mit dem Bis-Strich zur Kenntlichmachung von Zeitspannen empfiehlt der Duden kein Leerzeichen (wohl aber den Gedankenstrich) zwischen den beiden Zahlen, während die DIN 5008 sich für eine Leerstelle vor bzw. hinter dem Gedankenstrich ausspricht:

1965–1973, aber: 1975 – 2007

Die maßgeblichen Vorgaben zur Gliederung von Jahreszahlen finden sich vor allem in der DIN 5008 und dem Duden.

Die „im deutschsprachigen Raum gültige Reihenfolge bei der Schreibung des Datums ist: Tag, Monat, Jahr“, in verschiedenen Schreibvariationen, sagt der Duden (s. „Textverarbeitung und E-Mails“):

16.11.1978, 1.5.1966, oder auch: 15.4.74.

Die DIN präferiert die Variante: Jahr, Monat, Tag. Bei der Darstellung mit der reinen Zahlenangabe werden Tag und Monat prinzipiell zweistellig angegeben und durch Trennstriche voneinander getrennt:

2018-09-16

Auch die folgenden Varianten sind erlaubt:

06.09.2008, 6. September 2008.

Prinzipiell soll im internationalen Gebrauch zur Variante mit Trennstrichen und der Jahreszahl als erster Angabe gegriffen werden sowie zur generellen Schreibung der Jahreszahl in vier Ziffern.

Aus „der Geschichte geläufigen Jahreszahlen“ gliedert man unter Verwendung eines Schrägstrichs (Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“; die Regelung sieht das ebenso (§ 106.1):

2016/2017, oder: 1939/45.

Diese Schreibung kann auch – so beide Instanzen – für die Angabe aufeinanderfolgender Tage verwendet werden (Duden, „Textverarbeitung und E-Mails“; Regelung, § 106.1):

am 9./10. November 2016.

Bezüglich der Angabe von Jahrzehnten setzt man einen Bindestrich zwischen Jahreszahl und ihrer Nachsilbe und dem folgenden Substantiv (s. Regelung, § 42 und Duden, K 30):

in den 80er-Jahren oder auch (s. Regelung) in den 80er Jahren
  • die wilden 50er-Jahre oder die wilden 50er Jahre.

Werden diese Begriffe ausgeschrieben, fällt jedoch der Bindestrich weg (s. Regelung, § 42 E):

die Achtzigerjahre (aber auch: die achtziger Jahre).

Quellen

24.10.2018, zuletzt aktualisiert 28.11.2018

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