Was bedeutet Lektorat?
Was macht ein Lektor?

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Definition: Was bedeutet das Wort Lektorat?

Der Begriff hat vier Bedeutungen:

  1. Beim „Lektorat“ kann es sich um eine Abteilung eines Verlags, einer Werbe-/PR-Agentur oder eines anderen Unternehmens handeln, das sich auf das Lektorieren von Texten spezialisiert (siehe die nächsten beiden Punkte). Eigenständige Unternehmen werden ebenfalls als Lektorate bezeichnet, wenn Sie im Bereich der Textoptimierung oder -bewertung tätig sind.
  2. Mit dem Begriff „Lektorat“ kann ferner die Tätigkeit des Lektorierens oder dessen Ergebnis selbst gemeint sein. Es geht dabei um die Prüfung und Optimierung eines Textes hinsichtlich Inhalt und Stil. Häufig werden auch die Aspekte berücksichtigt, die im Fachjargon eher der Tätigkeit eines Korrektors zugeordnet werden wie Prüfung von Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Silbentrennung.
  3. Im Verlagswesen bezeichnet das „Lektorat“ die typische Tätigkeit des Verlagslektors. Er ist dafür verantwortlich, eingehende Manuskriptvorschläge zu bewerten und auf deren Tauglichkeit für eine Veröffentlichung zu prüfen. Diese Prüfung selbst, aber auch das niedergeschriebene Fazit des Lektors werden als „Lektorat“ bezeichnet. Oft hat der Lektor in Verlagen die Aufgabe eines Projektmanagers. Er koordiniert die Arbeit aller Beteiligten, wie Autor, Verlagsleitung, Marketing-Abteilung, Druckerei, Vertriebspartner usw., von der Idee bis zum gedruckten Buch.
  4. Schließlich heißt gelegentlich eine Abteilung an einer Bildungseinrichtung „Lektorat“, die Vorlesungen oder andere Lehrverstaltungen anbietet. Der Begriff „Lektor“ stammt nämlich von dem lateinischen Substantiv „lector“ ab und bedeutet ‚Vorleser‘: In früheren Zeiten bestanden die ‚Vorlesungen‘ nämlich tatsächlich vor allem aus vorgelesenen Lehrtexten.

Was tut ein Lektor?

Entsprechend den vier Grundbedeutungen des Wortes tut ein Lektor je nach Kontext und seiner konkreten Aufgabe Folgendes:

  1. Er ist oder betreibt ein Unternehmen, das Textdienstleistungen erbringt. Es kann sich um einen Ein-Mann-Betrieb handeln, also einen einzelnen freiberuflichen Lektor. Es kann aber auch eine größere Firma mit sehr vielen Lektoren sein.
  2. Er prüft und korrigiert Texte hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Stil, Inhalt, oft auch Form (Layout) und nach allen anderen relevanten Gesichtspunkten.
  3. Er ist bei einem Verlag angestellt und koordiniert den komplexen Prozess der Buchherstellung.
  4. Er arbeitet bei einer Hochschule oder einer anderen Aus- und Fortbildungsstätte als Lehrender. Er hält Vorlesungen und Seminare.

Was bietet Lektorat Unker an?

Unser Textbüro deckt alle vier Bereiche ab:

  1. Wir sind ein unabhängiges Unternehmen, das sich auf Textarbeit spezialisiert hat.
  2. Wir bieten die sprachliche und inhaltliche Optimierung von Texten an.
  3. Wir bewerten und begutachten Manuskripte und Texte jeder Art nahezu unter jedem möglichen Gesichtspunkt (sprachlich, inhaltlich, optisch etc.).
  4. Wir bieten Lernwilligen Coachings, Seminare, Workshops sowie auch Vorlesungen rund um das Thema Arbeit mit Texten an.

Wie werde ich Lektor?

Zu diesem Thema haben wir einen eigenen ausführlichen Artikel verfasst.

Darin erfahren Sie, welche Fähigkeiten der Lektor in den ersten drei Bedeutungen des Wortes mitbringen muss.

Außerdem geben wir in dem verlinkten Blogbeitrag Tipps, wie Sie die Voraussetzungen für diesen Beruf erfüllen können.

Abgrenzung zu anderen Begriffen

Es gibt eine ganze Reihe von Begriffen, die im Alltag synonym verwendet werden. Der Profi macht aber schon einen Unterschied. Einige der Begriffe erklären wir im Folgenden. Bitte beachten Sie, dass teilweise andere Definitionen gängig sind. Im Zweifel fragen Sie also lieber beim Verwender des Begriffs nach, was er genau meint.

  • Korrektorat: Hier geht es um die Grundform, bei der Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrigiert werden.
  • Lektorat: In Abgrenzung zum Korrektorat umfasst das Lektorat auch (oder nur) die stilistische Optimierung eines Textes, also eine Bearbeitung hinsichtlich Wortwahl, Ausdruck, Satzstellung. Oft werden auch inhaltliche und strukturelle Optimierungsvorschläge am Rand gemacht. Manchmal wird der Begriff als Oberbegriff für alle Formen der Textoptimierung verwendet.
  • Korrekturlesen: Ein allgemeiner Begriff, den wir als den Oberbegriff für alle Formen der Textoptimierung verstehen. Manchmal wird er auch als Synonym zum Begriff Korrektorat verwendet.
  • Schlusskorrektur, Endkorrektur, Umbruchkorrektur, Fahnenkorrektur: Als Druckfahnen (Korrekturabzug, Korrekturbogen, Fahnenabzug) bezeichnet man im traditionellen Bleisatz die Ausdrucke eines Werkes ohne Aufteilung auf die Einzelseiten. Inzwischen verwendet man den Begriff für jede Art schon fertig gesetzten Text (auch elektronisch), der noch kurz vor der Veröffentlichung Korrektur gelesen werden soll. Entsprechend handelt es sich bei der Fahnenkorrektur um eine Schlusskorrektur, bei der noch letzte Feinheiten wie Umbrüche, Silbentrennung etc. kontrolliert werden. Umbruch- oder Endkorrektur sind ebenfalls oft synonym verwendete Begriffe.
  • Redaktion, Redigieren: Bei dieser Form der Textoptimierung werden größere Eingriffe in den Text vorgenommen als beim Korrektorat und Lektorat. Hier werden Absätze verschoben, gekürzt oder ergänzt. Manchmal tritt der Redakteur sogar als Texter auf, der größere Passagen zum Text beisteurt oder ihn erst überhaupt etwa aus Notizen zusammenstellt.

Hier finden Sie eine noch ausführlichere Übersicht über die Formen des Korrekturlesens, wovon Lektorat nur eine ist.

Evgenij Unker, 16.07.2017, aktualisiert am 10.11.2017

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